Syrien ist nach Einschätzung von UN-Experten für den verheerenden Giftgasangriff auf die Stadt Chan Scheichun am 4. April mit mehr als 80 Toten verantwortlich. Dies geht aus dem jüngsten Bericht des sogenannten Joint Investigative Mechanism (JIM) hervor, ein gemeinsames Untersuchungsteam der Vereinten Nationen und der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) mit Sitz in Den Haag.

Die USA und andere westliche Staaten machen die syrische Luftwaffe seit Monaten für den Angriff verantwortlich. US-Präsident Donald Trump ließ die syrische Luftwaffenbasis Schairat kurz nach dem Angriff bombardieren. Die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad weist hingegen die Schuld von sich und wird dabei auch vom verbündeten Russland unterstützt. Russland stellt die Arbeit des JIM seit längerer Zeit grundsätzlich infrage.

Die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, warf Russland vor, Assad schützen zu wollen. "Der heutige Bericht bestätigt, was wir schon lange wissen", sagte Haley. "Die überwältigende Menge an Beweisen in diesem Fall zu ignorieren, belegt eine zielgerichtete Missachtung weit vereinbarter internationaler Normen."

Dem JIM-Bericht zufolge hat zudem die radikalislamische IS-Miliz Senfgas in der syrischen Stadt Umm Hausch im September 2016 eingesetzt. "Der anhaltende Einsatz von Chemiewaffen, auch von nicht staatlichen Akteuren, ist zutiefst beunruhigend", heißt es in dem Bericht. Sollte der Einsatz trotz des Verbotes durch die internationale Gemeinschaft nicht sofort gestoppt werden, würden sich andere Akteure ermutigt sehen, Chemiewaffen zu benutzen, weil sie keine Konsequenzen befürchteten.