US-Spezialeinheiten haben einen Kämpfer festgenommen, der 2012 am Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi beteiligt gewesen sein soll. Der Mann werde in den Vereinigten Staaten vor Gericht gestellt, gab US-Präsident Donald Trump bekannt. Die Ankündigung kam am selben Tag, an dem Trump wegen der Anklage gegen drei seiner Mitarbeiter in der Russland-Affäre in Bedrängnis geriet.

Nach Angaben des Weißen Hauses wurde der Libyer in der Stadt Misrata gestellt und auf ein US-Marineschiff im dortigen Hafen gebracht. Ein Flugzeug solle den etwa 46 Jahre alten Mann innerhalb der kommenden zwei Tage nach Washington bringen, hieß es.

Zunächst war jedoch unklar, wie genau der Verdächtige in die Gewalt vom 11. September 2012 verwickelt gewesen sein soll. Bei dem Angriff auf das Konsulat wurden US-Botschafter Christopher Stevens und drei weitere US-Bürger getötet.

Bengasi galt als Tiefpunkt der Obama/Clinton-Regierung

Unter der Obama-Regierung zog der Fall Bengasi mehrere Untersuchungen im Kongress nach sich. Dabei ging es darum, ob die damalige Regierung die Öffentlichkeit über Einzelheiten des Vorfalls in die Irre geführt hatte. Donald Trump spielte selbst im Wahlkampf gegen Hillary Clinton häufig auf den ungeklärten Fall an; seine Konkurrentin war 2012 Außenministerin.

In den USA wird sich der Verdächtige voraussichtlich einem Verfahren am Bundesbezirksgericht in Washington, D.C. stellen müssen. Die offiziellen Anschuldigungen werden vermutlich unter anderem Anklagepunkte wie Tötung oder Verschwörung zur Tötung eines Menschen während eines Angriffs auf eine US-Einrichtung vorsehen.

Trump sagte, er habe die Razzia und Festnahme des Mannes angeordnet. Regierungsmitarbeiter sagten, der Einsatz sei mit der international anerkannten libyschen Regierung abgesprochen gewesen. Der Präsident versprach, die vier damals getöteten Amerikaner würden "niemals" vergessen. Die USA wollten auch die anderen Verantwortlichen finden und vor Gericht stellen. "Unsere Erinnerung ist tief und unser Arm ist lang", sagte Trump.