Die rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben sich nach Angaben von Hamas-Chef Ismail Hanija auf ein Abkommen zur Versöhnung verständigt. Nähere Angaben machte er am Tagungsort in Kairo nicht. Ein Hamas-Vertreter sagte, es sei damit zu rechnen, dass Details im Laufe des Tages veröffentlicht werden. Die Fatah kündigte eine Pressekonferenz zum Stand der Verhandlungen an.

Seit Dienstag hatten die beiden Organisationen unter Vermittlung Ägyptens über ein Ende ihrer langen Feindschaft verhandelt. Streitpunkt ist die Herrschaft der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen, den die Extremisten seit zehn Jahren kontrollieren. Zuvor hatte sie sich dort in bewaffneten Auseinandersetzungen gegen die gemäßigte Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas durchgesetzt.

Im September dann hatte die Hamas verkündet, sie lade die international anerkannte Abbas-Regierung dazu ein, "in den Gazastreifen zu kommen und ihre Aufgaben sofort zu übernehmen". Damals gab es Zweifel, weil schon frühere Versöhnungsversuche gescheitert waren. Vor allem USA und Europäische Union waren skeptisch, sie hatten die Hamas einst als Terrorgruppe eingestuft.

Ziel der Verhandlungen in Kairo waren die Bildung einer Einheitsregierung für die Palästinensergebiete sowie Neuwahlen. Ein besonders kontroverses Thema war dabei die Zukunft des bewaffneten Arms der Hamas, der 25.000 Kämpfer angehören. Die Islamisten hatten stets erklärt, in dieser Frage zu keinem Kompromiss bereit zu sein.