Die israelische Armee hat acht Medienunternehmen im Westjordanland für ein halbes Jahr geschlossen und ihnen Anstiftung zur Gewalt vorgeworfen. Das berichteten palästinensische Medien. Nach nächtlichen Razzien seien die Eingänge zu den Büros der Firmen in mehreren Städten des Landes versiegelt worden. Zudem teilte das Militär mit, zwei Mitarbeiter der Firmen festgenommen zu haben.

Die Unternehmen sind den Medienberichten zufolge geschlossen worden, weil sie für Gewalt und Terrorismus gegen Israelis geworben und Medien der radikalislamischen Hamas mit Informationen versorgt hätten. Bei der von Armee, dem Inlandsgeheimdienst Schin Bet und Zivilbehörden koordinierten Aktion in der vergangenen Nacht seien auch Ausrüstung und Dokumente beschlagnahmt worden. Nach Angaben der palästinensischen Zeitung Al-Quds erfolgten die Razzien in Ramallah, Nablus, Bethlehem und Hebron.

Die Palästinensische Autonomiebehörde verurteilte das Vorgehen Israels. Die Schließungen seien eine "krasse Verletzung der Pressefreiheit in Palästina", sagte der stellvertretende Informationsminister der Palästinenser, Mahmud Chalefeh. Ziel sei, die Medien daran zu hindern, "über die tägliche Verletzung der Menschenrechte durch Israelis zu berichten". Israel beklagt immer wieder, dass Hetze in palästinensischen Medien ein Auslöser für Anschläge auf Israelis sei.