Die Bundeswehr hat die Ausbildung kurdischer Peschmerga-Kämpfer im Nordirak am Sonntag nach gut einwöchiger Unterbrechung wieder aufgenommen. Dies teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mit. Zuerst hatte das ARD-Hauptstadtstudio über die Wiederaufnahme berichtet.

Deutsche Soldaten bilden seit 2014 Peschmerga für den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" aus. Angesichts der militärischen Eskalation im Norden des Iraks war die Mission aber am 13. Oktober zum Schutz der Bundeswehr-Angehörigen vorläufig ausgesetzt worden. Am Freitag sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, die Lage habe sich inzwischen wieder beruhigt. Die SPD zweifelt an der Fortsetzung der Ausbildungsmission in dem Krisenstaat.

Der Konflikt zwischen Kurden und Zentralregierung war eskaliert, nachdem die Kurden Unabhängigkeitspläne vorangetrieben hatten. Die Regierung in Bagdad lehnt eine solche Abspaltung strikt ab. Vor wenigen Tagen eroberte ihre Armee die Stadt Kirkuk, aus der die kurdischen Peschmerga sich offenbar weitgehend kampflos zurückzogen.

Inzwischen haben die irakischen Streitkräfte Sicherheitskreisen zufolge auch die Kontrolle über den letzten Distrikt in der ölreichen Region Kirkuk übernommen, der immer noch in der Hand der kurdischen Peschmerga war. Allerdings gibt es wohl immer noch gewaltsame Zusammenstöße in der Umgebung der Ortschaft Altin Köprü an der Straße zwischen Kirkuk und Erbil, der Hauptstadt der halbautonomen Region Kurdistan.

Die USA haben deshalb am Freitag die Regierung in Bagdad in dem Konflikt mit den Kurden zu Besonnenheit aufgerufen. Um Missverständnisse und weitere Gefechte zu vermeiden, müsse die irakische Regierung die Bewegungen von Truppen in den umstrittenen Gebieten auf die Regionen begrenzen, die mit der kurdischen Regionalregierung abgestimmt seien, erklärte das US-Verteidigungsministerium.