Im Zuge der Befreiung der syrischen Stadt Rakka von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) haben sich nach US-Angaben etwa 400 IS-Kämpfer ergeben. Der Großteil dieser Kämpfer habe sich der kurdisch-arabischen Allianz Syrische Demokratische Kräfte (SDF) in den vergangenen Tagen ergeben. Darunter seien auch einige ausländische Islamisten, sagte der Sprecher der US-geführten Anti-IS-Koalition, Ryan Dillon. Wie der NDR berichtet, soll sich bis zuletzt auch ein Dutzend deutschstämmiger IS-Anhänger in Rakka verschanzt haben. Mehrere von ihnen sollen sich dem Bericht zufolge nun ebenfalls ergeben haben und seien gemeinsam mit anderen ausländischen IS-Kämpfern in Gewahrsam genommen worden. 

Vorausgegangen war ein erbitterter Kampf um die nordsyrische Stadt, die lange Zeit als inoffizielle Hauptstadt des IS-Gebiets galt. Rakka war nach der Rückeroberung der irakischen Stadt Mossul die letzte Großstadt, die noch unter IS-Kontrolle stand. Bei den Kämpfen sollen die IS-Anhänger auch Zivilisten als sogenannte Schutzschilde missbraucht haben. Nach Angaben von US-Soldaten muss Rakka nun erst einmal von während der monatelang andauernden Kämpfe zurückgelassenen Sprengsätzen befreit werden. Es wird geschätzt, dass sich – wie auch in Mossul – noch Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Sprengfallen und Minen in der Stadt befinden. Die Aufräumaktionen könnten Wochen dauern.

Das Rückzugsgebiet für den IS wird kleiner

Die US-geführte Koalition unterstützt in Syrien und im Irak örtliche Einheiten im Kampf gegen den IS. Am Dienstag hatte die SDF den Fall von Rakka gemeldet.

Der IS hatte in den vergangenen Monaten bereits die wichtigsten Teile seines Herrschaftsgebietes in Syrien und im Irak verloren, in dem er einst ein "Kalifat" ausgerufen hatte. Nachdem die Extremisten an fast allen Fronten zurückgedrängt worden waren, bleibt ihnen neben größeren Wüstenregionen nur noch das Siedlungsgebiet am Euphrat im Grenzgebiet von Syrien und dem Irak. Das US-Militär schätzt, dass sich in beiden Ländern noch rund 6.500 IS-Kämpfer befinden.

Die Vereinten Nationen hoffen nach der Befreiung der syrischen Stadt Rakka auf eine Verbesserung der humanitären Hilfe für das Land. Der Regionalchef des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen für den Nahen Osten, Muhannad Hadi, sagte, das Welternährungsprogramm habe sich vorbereitet. "Wir sind bereit, den Menschen, die Rakka verlassen, zu helfen." Wenn die Situation in Rakka sicher genug für Teams der Hilfsorganisation sei, würden alle möglichen Bemühungen unternommen, um den Menschen in der Stadt zu helfen.