Die spanische Regierung hat die Absetzung der Regionalregierung in Barcelona um Regierungschef Carles Puigdemont beschlossen. Das gab Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy nach einem außerordentlichen Treffen des Ministerrats in Madrid bekannt. Damit wird die autonome Region Katalonien unter Zwangsverwaltung der Zentralregierung gestellt. Sein eigenes Kabinett werde die Aufgaben der katalanischen Behörden übernehmen, sagte Rajoy. Die Maßnahmen werden erst nach Veröffentlichung im spanischen Amtsblatt wirksam.

Rajoy verkündete außerdem die Auflösung des katalanischen Parlaments. Am 21. Dezember werde es Neuwahlen geben. "Ich habe beschlossen, so schnell wie möglich freie, saubere und rechtmäßige Wahlen auszurufen, um die Demokratie wiederherzustellen. Wir wollten nie, dass es so weit kommt", so Rajoy.

Außerdem werde der Polizeichef der autonomen Region Katalonien entlassen, sagte der Ministerpräsident weiter. Es handle sich um erste Maßnahmen mit dem Ziel, die bisherigen Verantwortlichen in der Region an einer weiteren "Eskalation des Ungehorsams" zu hindern.

Der spanische Senat hatte zuvor den Weg für die Zwangsmaßnahmen freigemacht. Das katalanische Parlament hatte dagegen mehrheitlich für eine Unabhängigkeit von Spanien gestimmt. Daraufhin war in Madrid der Ministerrat zusammengetreten.