Ein Gesetzentwurf aus dem US-Repräsentantenhaus soll Geldflüsse an die libanesische Hisbollah-Miliz stoppen. Die US-Regierung soll demnach Menschen und Unternehmen bestrafen, die Geld für die Hisbollah sammeln oder für sie Kämpfer rekrutieren. Die Hisbollah habe Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht und hunderttausende Menschenleben auf dem Gewissen, hieß es zur Begründung. Außerdem solle Präsident Donald Trump beim UN-Sicherheitsrat auf internationale Sanktionen gegen den Iran drängen. Der schiitisch geprägte Iran finanziert und unterstützt die Hisbollah.

Hisbollah-Einheiten kämpfen mit mehreren Tausend Mann aufseiten der syrischen Regierungstruppen und haben großen Anteil an deren Erfolgen. Im September verkündete die libanesische Miliz gar den Sieg in dem mehr als sechs Jahre andauernden Krieg.

US-Außenminister Rex Tillerson hatte die EU bereits Anfang der Woche dazu aufgerufen, der US-Politik im Nahen Osten zu folgen. "Wir hoffen, dass europäische Unternehmen, Länder und andere in der Welt sich den USA anschließen, wenn wir ein Sanktionssystem schaffen", sagte Tillerson. Der iranische Außenminister kritisierte daraufhin den Anti-Iran-Kurs der USA. Der Iran stelle keine Gefahr dar und wolle mit dem Kampf gegen den IS für Frieden und Stabilität in der Region sorgen.

Das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran verschlechtert sich derzeit immer weiter. Vergangene Woche hatte Trump es abgelehnt, zu bescheinigen, dass sich Teheran an das internationale Atomabkommen hält. Damit droht im äußersten Fall ein Kollaps der Vereinbarung. Über US-Sanktionen gegen den Iran und dessen Raketenprogramm stimmen die US-Repräsentanten heute ab.