Bei der Nationalratswahl in Österreich liegt die konservative ÖVP mit 31,6 Prozent vorne. Die Sozialdemokraten haben nach einer neuen Hochrechnung des ORF doch die rechtspopulistische FPÖ überflügelt. Demnach kommt die SPÖ bei der Parlamentswahl mit 27,1 Prozent auf Platz zwei, die FPÖ liegt nun bei 25,9 Prozent. Die NEOS kommen auf 5,1 Prozent, die neu gegründete Pilz-Partei auf 4,4 Prozent. Die Grünen müssen mit 3,8 Prozent um einen Wiedereinzug ins Parlament zittern. In Österreich gilt eine Vierprozenthürde.

Die Hochrechnungen beinhalteten auch eine Prognose der Briefwähler, der Schwankungsbereich liegt bei 2,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt laut der Hochrechnung des ORF bei 79 Prozent und damit deutlich höher als bei der Nationalratswahl 2013. Damals hatte sie bei 74,9 Prozent gelegen.

Deutlich gestiegene Wahlbeteiligung

Bislang regiert in Österreich eine große Koalition aus SPÖ und ÖVP, die SPÖ stellt mit Christian Kern den Bundeskanzler.

Mehr als 6,4 Millionen Bürger waren zur Wahl des Nationalrats aufgerufen. Die Wahl ist um ein Jahr vorgezogen geworden, nachdem die große Koalition aus konservativer ÖVP und SPÖ in diesem Frühjahr zerbrochen war. Dem Nationalrat gehören 183 Abgeordnete an.

Es war ein Wahlkampf voller Anschuldigungen und unlauterer Methoden. Umfragen hatten die ÖVP unter Vorsitz des derzeitigen Außenministers Sebastian Kurz mit mehr als 30 Prozent stärkste Kraft vorne gesehen. Die sozialdemokratische SPÖ und die rechtspopulistische FPÖ von Heinz-Christian Strache hatten in den letzten Umfragen etwa gleichauf gelegen.

Bei den letzten Nationalratswahlen im Jahr 2013 kam die SPÖ auf 26,8 Prozent, die ÖVP auf 24,0 Prozent und die FPÖ auf 20,5 Prozent. Ebenfalls im Parlament vertreten waren die Grünen mit 12,4 Prozent und die NEOS mit 5,0 Prozent.

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hat sich besorgt über das Wahlergebnis geäußert. "Das bedeutet einen Rechtsruck", sagte er. Österreich habe mit dem früheren Kanzler Bruno Kreisky, Ex-Außenminister Alois Mock und Ex-Präsident Heinz Fischer große Europäer hervorgebracht, die eine nachhaltige europäische Linie vorgegeben hätten, sagte Asselborn. Er hoffe, dass die künftige Regierung dies nicht vergesse.