Bei vier Selbstmordanschlägen im Nordosten Nigerias sind die Attentäter und mindestens 14 weitere Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Behörden im Bundesstaat Borno sprengten sich zwei Frauen und zwei Männer am Mittwochabend im Ort Konduga südöstlich der Stadt Maiduguri in die Luft. Mindestens 29 Menschen wurden demnach teils schwer verletzt.

Einer von ihnen sprengte sich demnach unter betenden Gläubigen in die Luft und tötete sieben Menschen. Ein weiterer Attentäter drang in ein Haus ein, wo er eine schwangere Frau und deren Kind tötete. Die beiden anderen Attentäter sprengten sich den Angaben zufolge in die Luft, bevor sie ihre eigentlichen Ziele erreichten.

Hinter den Anschlägen wurde die radikalislamistische Terrororganisation Boko Haram vermutet, die sich aber nicht dazu bekannte. Die Attacke passt allerdings zur Handschrift der sunnitischen Fundamentalisten, die ihre Vision von einem islamischen Gottesstaat auch mit Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen durchzusetzen versuchen.

Meldungen über Boko-Haram-Zerschlagung verfrüht

Im Dezember des vergangenen Jahres hatte der nigerianische Präsident, Muhammadu Buhari, vorzeitig erklärt, die islamistische Terrorgruppe sei zerschlagen. Danach ist es jedoch zu weiteren Anschlägen gekommen. Fast täglich kommt es zu neuen Auseinandersetzungen zwischen nigerianischen Sicherheitskräften und Aufständischen.

Bei den Anschlägen und Angriffen von Boko Haram wurden allein in der Region um Maiduguri seit 2009 mindestens 20.000 Menschen getötet und 2,6 Millionen in die Flucht getrieben, darunter nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks 1,4 Millionen Kinder.