Die Kliniken in Ostghuta, einer Rebellenenklave östlich der syrischen Hauptstadt Damaskus, sind der großen Zahl an Opfern internationalen Helfern zufolge kaum noch gewachsen. Bei massiven Angriffen in der Region Ostghuta seien in den vergangenen Tagen 69 Menschen getötet und mehr als 570 verletzt worden, meldet die Organisation Ärzte ohne Grenzen. Die Opfer hätten keinen Zugang zu ausreichender medizinischer Versorgung, da die Einrichtungen völlig überlastet seien.

Die UN teilten zudem mit, erstmals seit Mitte November habe wieder ein Hilfskonvoi das belagerte Gebiet erreicht. Die Vereinten Nationen und der Syrische Rote Halbmond verteilten in dem Ort al-Naschabiah Nahrung und Gesundheitsartikel für rund 7.200 Menschen, erklärte das UN-Nothilfebüro Ocha über Twitter.

Erst am Wochenende waren in Ostghuta bei Luftangriffen und Artilleriebeschuss der Armee Aktivisten zufolge mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen. Viele Kliniken schränkten nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen den Betrieb aus Angst vor Bombenangriffen ein. Ein großes Feldkrankenhaus sei am 20. November von zwei Raketen getroffen worden, teilte die Organisation weiter mit. Die Vorräte eines Lagers seien aufgebraucht.

Die von syrischen Regierungstruppen seit 2013 belagerte Enklave gehört im syrischen Bürgerkrieg zu den am meisten umkämpften Gebieten. Nach UN-Angaben sind in Ostghuta noch immer rund 400.000 Menschen eingeschlossen. Die Luftangriffe treffen immer wieder auch zivile Einrichtungen wie Schulen, Wohnhäuser und Krankenhäuser. 

Viele Menschen sind verhungert

Da Schmugglertunnel zerstört wurden und ein wichtiger Checkpoint geschlossen ist, können kaum noch Lebensmittel nach Ostghuta gebracht werden. Seit Beginn der Blockade sind in der Region bereits zahlreiche Menschen verhungert. Zuletzt hatte vor mehr als zwei Wochen ein Hilfskonvoi der Vereinten Nationen Ostghuta erreicht. 

Hilfsorganisationen warnen, dass viele Bewohner kaum noch über Vorräte an Lebensmitteln und Trinkwasser verfügen. Vor allem Kinder und chronisch kranke Menschen würden unter den Folgen von Mangelernährung leiden. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid Raad al-Hussein, hatte der syrischen Führung indirekt vorgeworfen, die Menschen möglicherweise absichtlich hungern zu lassen.