US-Präsident Donald Trump hat die Erlaubnis zum Import von Jagdtrophäen vorübergehend gestoppt. Wie er auf Twitter mitteilte, wolle er erst einmal alle Fakten zum Naturschutz studieren. Dafür müsse er sich mit Innenminister Ryan Zinke auf den aktuellsten Stand bringen lassen.

Trump revidierte damit einen umstrittenen Beschluss seiner eigenen Regierung, laut dem die Einfuhr von Körperteilen Afrikanischer Elefanten wieder erlaubt gewesen wäre. Erst am Vortag hatte die US-Regierung eine Regelung von Trumps Vorgänger Barack Obama aufgehoben, die es Großwildjägern verboten hatte, Trophäen von in Sambia und Simbabwe erlegten Elefanten in die USA einzuführen. Die US-Naturschutzbehörde Fish and Wildlife Service (FWS) begründete den Beschluss damit, dass eine legale und regulierte Jagd helfen könne, bestimmte Tierbestände zu erhalten. So könnten zahlreiche Tierschutzprogramme mit den Einnahmen aus Jagdgenehmigungen unterstützt werden.

Die Entscheidung der Regierung wurde von Naturschützern weltweit kritisiert. Laut der US-Tierschutzorganisation Humane Society zeige die aktuelle politische Situation in Simbabwe die Absurdität und den illegalen Charakter der Entscheidung. In einem Land, in dem gerade Präsident Robert Mugabe vom Militär unter Hausarrest gestellt wurde, sei es zweifelhaft, ob der Schutz der Elefanten und eine Regulierung der Trophäenjagd gewährleistet werden könne.  

Trump teilte nach seiner Bekanntgabe Beiträge auf Twitter, in denen seine Entscheidung gelobt wird. Zinke gab zudem bekannt, er sei sich mit Trump einig, "dass Schutz und gesunde Herden äußerst wichtig sind".

Die illegale Jagd auf Elefanten in Afrika ging 2016 laut einem Bericht der Artenschutzkonferenz Cites das fünfte Jahr in Folge zurück. Gleichzeitig wurde aber mit 40 Tonnen Elefantenstoßzähnen die größte Menge seit dem weltweiten Verbot des Handels mit Elfenbein beschlagnahmt. Nach Angaben der IUCN verringerte sich die Zahl der Afrikanischen Elefanten im vergangenen Jahrzehnt von mehr als 520.000 auf 415.000. Allein in Simbabwe ging die Zahl seit 2001 um sechs Prozent zurück.

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