Drei Tage nach dem Terroraschlag in New York City sind die US-Streitkräfte erstmals auch in Somalia gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) vorgegangen. Bei Drohnenangriffen im Nordosten des Landes seien "mehrere Terroristen" getötet worden, teilte ein Sprecher des Afrikakommandos der US-Armee mit. Zivilisten seien nicht in der Nähe gewesen. Nähere Angaben zu der Operation machte er nicht.

US-Präsident Donald Trump hatte dem IS mit Vergeltung gedroht, nachdem dieser den Anschlag für sich reklamiert hatte. Für jeden Angriff auf die USA würden die Vereinigten Staaten "zehn Mal härter" zurückschlagen, sagte Trump vor seinem Abflug zu einer knapp zweiwöchigen Asienreise. Auf Twitter ergänzte er, das US-Militär habe den IS bereits an den beiden Vortagen "viel härter" attackiert als bisher. Wo diese verschärften Angriffe stattgefunden haben sollen und ob die Operation in Somalia eine Antwort auf den Terroranschlag in New York war, erläuterte Trump nicht.

USA - Mutmaßlicher Attentäter von New York angeklagt Der Mann aus Usbekistan hat gestanden, mit einem Kleintransporter acht Menschen getötet zu haben. Auch seine Verbindung zur IS-Miliz legte er offen. © Foto: Reuters/Jane Rosenburg

Ein 29-jähriger Mann hatte am Dienstag in Manhattan mit einem Pick-up-Truck acht Menschen getötet und zwölf weitere verletzt. Ein Polizist streckte ihn schließlich mit einem Bauchschuss nieder. Der gebürtige Usbeke hatte seit Jahren mit einer Green Card in den USA gelebt. In einem Brief hatte er dem IS seine Treue geschworen. Bei einer ersten Vernehmung sagte er, Videos der Terrormiliz hätten ihn zu seiner Tat angestiftet. Die Miliz reklamierte den Anschlag in einem Beitrag der IS-Zeitung Al-Naba daraufhin für sich; der Täter sei einer ihrer "Soldaten", hieß es nach Angaben des auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierten US-Unternehmens Site Intelligence Group.

Unterdessen erlitt die IS-Miliz in Syrien und im Irak schwere Niederlagen: Kurz nach der Eroberung von Deir al-Sur durch syrische Truppen gelang es dem irakischen Militär, die letzte IS-Hochburg im Land zurückzuerobern: die Stadt Kaim. Der irakische Ministerpräsident Al-Abadi sagte, die Offensive habe nur eine Woche gedauert. Das sei eine "Rekordzeit".

Beide Offensiven wurden von massiven Luftangriffen der jeweiligen Verbündeten unterstützt: durch Russland in Assads Syrien und die US-geführte Koalition im Irak.

Der "Islamische Staat" besteht nur noch aus einer Stadt

Damit ist nur noch die Stadt Abu Kamal in Syrien vollständig unter IS-Kontrolle, und auch sie könnte bald fallen. Die russische Luftwaffe bombardierte den Ort, während syrische Truppen und von den USA unterstützte kurdische Kämpfer von entgegengesetzten Ufern des Euphrats auf Abu Kamal vorrückten. Die syrische Armee und von den USA unterstützte kurdische Kämpfer liefern sich eine Art Wettrennen um die Eroberung weiterer Teile der ölreichen Region um die Stadt.

Der IS hat in Irak und Syrien mittlerweile mehr als 96 Prozent der Gebiete verloren, die er auf dem Höhepunkt seiner Macht 2014 und 2015 kontrollierte.