Nach der wochenlangen Blockade des Flughafens in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind dort vier Flugzeuge mit Hilfsgütern für die kriegsgeplagte Bevölkerung gelandet. Zwei der Maschinen gehören zum UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Ein weiteres Flugzeug ist vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes, das vierte vom UN-Kinderhilfswerk Unicef.

Der Flughafen befindet sich unter Kontrolle schiitischer Huthi-Rebellen und war seit Anfang November von Saudi-Arabien und anderen Verbündeten der sunnitischen Regierung des Jemens blockiert worden.

Eine der Maschinen hat nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef mehr als 15 Tonnen Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus und andere Krankheiten für das von Seuchen und Hunger geplagte Bürgerkriegsland an Bord. Damit könnten etwa 600.000 Kinder geimpft werden.

Die von der von Saudi-Arabien geführten Allianz sunnitischer Staaten verhängte Blockade über die Häfen des Landes blieb aber zunächst in Kraft. Damit ist der Hauptnachschubweg für dringend benötigte Nahrungsmittel und Medikamente in das von einer Hungersnot bedrohte Land versperrt.

Die Saudi-Allianz hat nach internationaler Kritik die Rückkehr von UN-Helfern in die von den Huthi-Rebellen kontrollierten Gebiete gestattet. Nach Informationen aus den USA hatte US-Außenminister Rex Tillerson beim Verbündeten Saudi-Arabien auf eine Lockerung der Blockaden gedrängt. Die Allianz sagte eigentlich auch zu, die Häfen Hudaida und Salif am Roten Meer zu öffnen. Dort sind nach Angaben aus der Hafenbehörde aber noch keine Hilfsschiffe zu erwarten.

Mindestens 10.000 Menschen kamen ums Leben

Nach UN-Auskunft hungern im Jemen derzeit sieben Millionen Menschen. Allein eine Million Kinder ist durch die sich rasch verbreitende Diphtherie gefährdet. Durch den Krieg ist das Gesundheitswesen des Landes weitgehend zusammengebrochen.

Im September 2014 haben die aus dem Nordwesten des Jemens stammenden schiitischen Huthis in Sanaa die Macht übernommen. Sie kontrollieren seitdem die Hauptstadt sowie weitere Gebiete des armen Landes. Seit März 2015 fliegt eine Allianz um Saudi-Arabien Luftangriffe.

Anfang November hat die Allianz alle Zugänge zum Jemen auf dem See-, Luft- und Landweg abgeriegelt. Sie begründeten das damit, dass die schiitischen Huthi-Rebellen eine Rakete Richtung Riad abgefeuert hätten. Zudem brächten sie Unterstützung der Huthis ins Land. Der Iran, der sich als Schutzmacht der Schiiten begreift, bestreitet dies.

Die Huthi-Rebellen kämpfen gegen die Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi. Eine internationale Koalition unter der Führung Saudi-Arabiens versucht, die Aufständischen zu vertreiben. Geschätzte 17 Millionen der 27 Millionen Einwohner leiden unter der unsicheren Versorgungslage. Mindestens 10.000 Menschen starben dadurch bislang.