Das Parlamentsgebäude im kamerunischen Yaoundé ist in der Nacht zum Freitag niedergebrannt. Das meldet die afrikanische Nachrichtenagentur APA. Ob es Verletzte gab, war zunächst nicht klar. Die Feuerwehr sei mit Verspätung eingetroffen, als das Gebäude schon vollständig in Flammen stand. Es konnten nur noch einige Möbel und Erinnerungsstücke gerettet werden. Die Parlamentarier beraten zurzeit über den neuen Staatshaushalt. 

Yaoundé ist die Hauptstadt von Kamerun. Seit mehr als 30 Jahren regiert der inzwischen 84-jährige Präsident Paul Biya den Staat. Das zentralafrikanische Kamerun ist reich an Rohstoffen wie Erdöl und Holz. Die meisten Kameruner sprechen Französisch, die englischsprachige Minderheit verfügt in zwei Regionen über weitgehende Autonomie. Zuletzt führte das zu Zusammenstößen mit der Zentralregierung.

Vor zwei Wochen waren bei den Auseinandersetzungen vier Einsatzkräfte getötet worden. Im Norden Kameruns, an der Grenze zu Nigeria, verübt die radikalislamische Terrormiliz Boko Haram immer wieder Anschläge.