Der bisherige kenianische Präsident Uhuru Kenyatta ist für eine weitere Amtszeit vereidigt worden. Tausende Menschen wohnten der Zeremonie im größten Stadion des Landes in der Hauptstadt Nairobi bei. Auch zahlreiche afrikanische Staatschefs sowie der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu waren anwesend.

Die Sicherheitsvorkehrungen in verschiedenen Teilen Nairobis waren immens. Die Opposition hatte zu friedlichen Demonstrationen in Gedenken der Toten aufgerufen, die von der Polizei und Bürgerwehren bei Protesten gegen Kenyattas Wiederwahl getötet worden waren. Die Polizei ging mit Tränengas und Schlagstöcken gegen Anhänger und Gegner des Staatschefs vor.

Auch vor dem Stadion, in dem die Vereidigung stattfand, kam es zu Ausschreitungen. So hielt die Polizei Kenyatta-Anhänger davon ab, das Stadion zu betreten. Einige Unterstützer wurden bewusstlos zurückgelassen, nachdem sie versucht hatten, eine Barriere zu durchbrechen. Die berittene Polizei hatte daraufhin Schlagstöcke gegen sie eingesetzt.

Kenyatta war Ende Oktober mit mehr als 98 Prozent der Stimmen als klarer Sieger aus der Neuauflage der Präsidentschaftswahl hervorgegangen, die Wahlbeteiligung lag allerdings nur bei 39 Prozent, da die Opposition die Abstimmung aufgrund eines Mangels an Reformen boykottiert hatte. Die Neuwahl war erforderlich geworden, nach dem der oberste Gerichtshof die Wahl im August wegen Unregelmäßigkeiten annulliert hatte.

Oppositionsführer Raila Odinga weigert sich, den Sieg seines Gegners Kenyatta anzuerkennen. Doch der oberste Gerichtshof bestätigte am Montag vergangener Woche Kenyattas Wiederwahl und wies zwei Einsprüche gegen das Wahlergebnis zurück.