Während eines Machtkampfs innerhalb der prorussischen Separatisten in der Ostukraine ist der Anführer der selbst ernannten Volksrepublik Luhansk, Igor Plotnizki, nach den Worten seines Geheimdienstchefs zurückgetreten. Leonid Passetschnik teilte mit, Plotznizki habe seinen Posten aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. Bis zu Neuwahlen wird Passetschnik demnach selbst amtierender Republikchef sein.

Plotnizki hatte am Montag versucht, seinen Innenminister Igor Kornet zu entlassen. Dieser weigerte sich jedoch, sein Amt niederzulegen und ließ zwei Tage lang Hunderte bewaffnete Männer im Zentrum von Luhansk aufmarschieren. Daraufhin warf Plotnizki ihm einen bewaffneten Putschversuch vor. Kornet reagierte mit einer Videobotschaft, in der er sagte, dass die Führung der Republik unter dem Einfluss ukrainischer Spione stehe. 

Offenbar gelang es dem 53-jährigen Plotnizki nicht, die Lage wieder unter seine Kontrolle zu bekommen. Russischen Medienberichten zufolge traf er am Donnerstag in Moskau ein. 

In dem Konflikt zwischen ukrainischen Regierungssoldaten und von Russland unterstützten Separatisten in Luhansk und Teilen der Region Donezk wurden seit 2014 mehr als 10.000 Menschen getötet. Die ukrainische Regierung, die EU und die USA werfen Russland vor, die Separatisten militärisch zu unterstützen. Moskau weist die Vorwürfe zurück.