Eine Woche lang hatte der vom Militär unter Hausarrest gestellte Staatschef Robert Mugabe seinen Rücktritt verweigert. Am Dienstag verkündete Parlamentspräsident Jacob Mudenda, dass Simbabwes langjähriger Präsident freiwillig zurücktrete. Im Parlament und auf den Straßen Simbabwes jubelten viele Menschen, die Opposition fordert freie und faire Wahlen. International gab es neben Glückwünschen auch mahnende Worte. 

Die US-Botschaft in Harare bezeichnete Mugabes Rücktritt als einen historischen Moment für das Land und gratulierte allen Simbabwern, die ihre Stimmen erhoben hatten. "Wir hoffen nun auf freie und faire Wahlen", sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert. Sie rief die Militärregierung dazu auf, das Gesetz zu achten. Die britische Premierministerin Theresa May sagte, der Rücktritt Mugabes gebe Simbabwe die Chance, einen neuen Weg frei von Unterdrückung einzuschlagen.

Internationale Organisationen reagierten zurückhaltender. Die Vereinten Nationen riefen alle Beteiligten auf, Ruhe und Zurückhaltung zu bewahren. "Wir erwarten von allen Machthabern, dass sie auf ihr Volk hören", sagte der Sprecher von UN-Generalsektär António Guterres. "Das ist ein Grundstein jeder Form der Regierung und muss auf jedem Kontinent und in jedem Land befolgt werden."

Amnesty International forderte einen demokratischen Neuanfang. Unter Mugabes Herrschaft seien Zehntausende gefoltert, viele Oppositionelle seien auf mysteriöse Weise verschwunden oder getötet worden, sagte der Generalsekretär von Amnesty International, Salil Shetty. "Präsident Mugabe hat Menschenrechtsverletzungen geduldet, kriminelles Handeln verteidigt und eine Kultur der Straffreiheit für groteske Verbrechen gefördert."

Der 93-jährige Mugabe hatte fast vier Jahrzehnte lang Simbabwe regiert. Vergangene Woche hatte das Militär geputscht und ihn unter Hausarrest gestellt. Er hatte zuvor seinen Vize Emmerson Mnangagwa entlassen, um den Weg für seine Ehefrau Grace frei zu machen, die sein Amt übernehmen sollte. Mnangagwa soll nun übergangsweise das Präsidentenamt übernehmen. Nach Angaben aus der Parteizentrale vom Dienstagabend soll der neue Präsident innerhalb der kommenden 48 Stunden gewählt werden. Mnangagwa ist seit Jahrzehnten ein führendes Mitglied der politischen Elite und gilt als Hardliner.