Die Bundesregierung will die aus Myanmar nach Bangladesch geflohenen Rohingya-Muslime mit weiteren 20 Millionen Euro unterstützen. Diese Summe sagte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) bei einem Besuch im Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch zu. Gabriel war mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini und anderen Außenministern dorthin gereist. Die Politiker forderten Myanmar auf, die Flüchtlinge zurückkehren zu lassen.

Mit dem Besuch im Lager Kutupalong wollten Gabriel und mehrere seiner Ministerkollegen ein internationales Zeichen der Solidarität setzen, teilte das Auswärtige Amt mit. Gabriel zeigte sich "zutiefst betroffen vom Leid der Menschen". In Zusammenarbeit mit der Regierung von Myanmar müsse alles getan werden, um Rückkehrmöglichkeiten für die Flüchtlinge zu schaffen.

Gabriel war gemeinsam mit der EU-Außenbeauftragten Mogherini, der schwedischen Außenministerin Margot Wallström und dem japanischen Außenminister Taro Kono zu Besuch in dem Lager nahe der Stadt Cox's Bazar. Mogherini kündigte Hilfe der EU bei Verhandlungen zwischen Bangladesch und Myanmar über die Rückkehr der Flüchtlinge an. Am Montag will die Delegation in Myanmar an einem europäisch-asiatischen Außenministertreffen teilnehmen.

Seit August sind mehr als 600.000 muslimische Rohingya aus Myanmar nach Bangladesch geflohen. Der seit Jahren andauernde Konflikt in Myanmar war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und mehrere Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit Gegengewalt. Hunderte Menschen wurden im nördlichen Bundesstaat Rakhine umgebracht, ihre Häuser niedergebrannt. Die UN und Menschenrechtsorganisationen sprechen von "ethnischen Säuberungen".