Die französische Justiz hat gegen den zu Wochenbeginn festgenommenen russischen Abgeordneten und Oligarchen Suleiman Kerimow ein Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Geldwäsche eingeleitet. Der Milliardär kam unter strengen Auflagen wieder frei. Kerimow müsse seinen Pass abgeben, eine Kaution von fünf Millionen Euro hinterlegen und dürfe das Département Alpes-Maritimes nicht verlassen, teilte der zuständige Staatsanwalt, Jean-Michel Prêtre, mit.

Der Milliardär soll unter falschem Namen mehrere Luxusanwesen am Cap d'Antibes in der Nähe von Cannes erworben haben. Aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen hieß es, Kerimow schulde dem französischen Fiskus Dutzende Millionen Euro. Laut dem US-Magazin Forbes steht Kerimow auf der Rangliste der vermögendsten Russen auf Platz 21, sein Vermögen wird auf umgerechnet 5,4 Milliarden Euro geschätzt. Der 51-Jährige, der aus der Kaukasusrepublik Dagestan stammt, handelt mit Erdöl und Metallen.

Kerimow war am Montagabend beim Verlassen seines Flugzeugs in Nizza in Gewahrsam genommen worden. Das russische Unterhaus verabschiedete daraufhin eine Resolution, in der den französischen Behörden eine Verletzung von Kerimows diplomatischer Immunität gemäß der Wiener Konvention vorgeworfen wird. Der Milliardär ist Mitglied des Föderationsrates, des russischen Oberhauses. Der Kreml bestellte am Mittwoch den französischen Gesandten in Moskau ein.

Kerimow ist im Besitz eines russischen Diplomatenpasses. Dieser schützt ihn nach Angaben des französischen Außenministeriums aber nur vor Strafverfolgung im Zusammenhang mit Verfehlungen in seinem Amt als Senator. Kerimow war aus privaten Gründen nach Nizza gereist und hatte dabei seinen Diplomatenpass nicht verwendet.