Die USA und Russland wollen russischen Angaben zufolge ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen die Miliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien bis zu einem Sieg über die Islamisten fortsetzen. Darauf hätten sich US-Präsident Donald Trump und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin verständigt, teilte das Präsidialamt in Moskau mit. Beide Staatschefs bekannten sich demnach zudem erneut zur Souveränität, Unabhängigkeit und territorialen Integrität Syriens. "Die Präsidenten sind sich einig, dass es für den Konflikt in Syrien keine militärische Lösung gibt", hieß es auf der Website des Kreml. Die Staatschefs riefen alle Konfliktparteien auf, sich an den UN-Friedensgesprächen in Genf zu beteiligen.

Laut den russischen Angaben verständigten sich Trump und Putin bei einem kurzen Kontakt am Rande des Gipfeltreffens der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft Apec auf die vorbereitete Erklärung. Sie wurde zunächst nur auf der Internetseite des Moskauer Präsidialamtes veröffentlicht. US-Quellen äußerten sich nicht. Die Erklärung sei vom russischen Außenminister Sergej Lawrow und seinem US-Kollegen Rex Tillerson bei dem Gipfel in Đà Nẵng ausgearbeitet worden, sagte ein Sprecher des Kreml. Trump und Putin hätten sie gebilligt.

Gruppenfoto in blauen Hemden

Donald Trump und Wladimir Putin schütteln Hände beim Apec-Gipfel in Vietnam. © Mikhail Klimentyev/AFP/Getty Images

Offenbar gab es kein offizielles bilaterales Treffen am Rande des Gipfels. Trump und Putin begegneten sich seit Freitagabend aber bei drei Gelegenheiten: Zunächst bei einem Gruppenfoto, für das sie lachend Seite an Seite in eigens für den Gipfel angefertigten blauen Hemden posierten. Dann schüttelten sie ihre Hände, als sich die Staats- und Regierungschefs zu ihren Gesprächen zusammensetzten. Später redeten sie kurz miteinander, als die Gipfelteilnehmer zu einem weiteren Gruppenfoto gingen.

Wegen der Differenzen zwischen den USA und Russland etwa zu den Konflikten in Syrien und der Ukraine war mit Spannung erwartet worden, ob sich Trump und Putin am Rande des Apec-Gipfels zu einem bilateralen Gespräch treffen würden. Das Weiße Haus hatte Angaben des Kreml, wonach ein solches Treffen geplant war, dementiert.

Der Umgang des US-Präsidenten mit seinem russischen Kollegen steht in Trumps Heimat unter besonderer Beobachtung: Mehrere Vertreter des Trump-Teams stehen im Verdacht, eng mit Moskau zusammengearbeitet zu haben, um den Wahlsieg zu ermöglichen. Für Trump ist eine Begegnung mit Putin ein Balanceakt, weil er Russlands Unterstützung im Atomkonflikt mit Nordkorea gewinnen will.