Regierungstruppen haben nach einer Offensive die letzte größere IS-Bastion in Syrien eingenommen. Das meldeten übereinstimmend die syrische Armee und die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag.

Die Kämpfer der Terrormiliz hätten sich aus der Stadt Abu Kamal im Osten Syriens zurückgezogen, hieß es. Dafür hätten ihnen die Regierungskräfte einen Korridor geöffnet. Der sogenannte Islamische Staat hält nur noch einige Dörfer und Wüstengebiete in der Umgebung von Abu Kamal sowie eine Stadt und einige Dörfer im benachbarten Irak.

Die Kämpfe lösten eine Massenflucht aus. Allein aus Abu Kamal seien in den vergangenen Wochen 120.000 Menschen geflohen, teilte Linda Tom von der Niederlassung des UN-Büros für humanitäre Hilfe in Damaskus mit.

Die IS-Miliz hatte 2014 weite Teile des Iraks und Syriens überrannt. In den vergangenen Monaten wurde sie aber aus vielen dieser Gebiete vertrieben. Die Dschihadisten verloren ihre syrische de-facto-Hauptstadt Rakka und die irakische Metropole Mossul. Nach Angaben der US-geführten internationalen Koalition haben die Extremisten mittlerweile rund 96 Prozent ihres ehemaligen Herrschaftsgebietes in Syrien und im Irak verloren.