Die syrische Armee hat Deir al-Sur komplett eingenommen und die Terrormiliz "Islamischer Staat" aus der Stadt vertrieben. Die Armee habe nun die "komplette Kontrolle" über die ostsyrische Stadt zurückerlangt, meldete das Staatsfernsehen. Bereits am Donnerstagabend hatte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte von der Einnahme der Stadt berichtet.

Seit 2014 hatte der IS Teile von Deir al-Sur unter seiner Kontrolle. Sie ist die größte und wichtigste Stadt im Ostteil des Landes und das Zentrum der syrischen Ölproduktion.

Nach Einschätzung des syrischen Militärs seien die Luftangriffe der russischen Luftwaffe entscheidend gewesen für die Einnahme. Auch der Iran und schiitische Milizen seien an der Offensive beteiligt gewesen. Die Operation zur Rückeroberung der Stadt hatte schon im September begonnen. Der "Islamische Staat" sei nun in der Region bis auf ein begrenztes Stück Land nahe der irakischen Grenze zurückgedrängt worden, teilte das syrische Militär mit.

Bei den Kämpfen um Deir al-Sur waren bis Ende Oktober mindestens 73 Menschen getötet worden, davon mindestens 50 Kämpfer des IS. Fast 350.000 Menschen flüchteten vor den Kämpfen aus der Stadt. Auch aus der  einstigen IS-Hauptstadt Rakka im Norden Syriens ist fast eine halbe Million Menschen in alle Himmelsrichtungen vertrieben worden, das sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats im Oktober. "Die UN und unsere Partner setzen in Syrien weiterhin eine der größten humanitären Einsätze der Welt um."