Die elf verbleibenden Vertragspartner des Transpazifischen Handelsabkommens sind sich im Grundsatz einig: Trotz des Rückzugs der USA wollen sie mit TPP weitermachen. Japans Wirtschaftsminister Toshimitsu Motegi sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, man habe sich auf ein Rahmenabkommen geeinigt, um den Vertrag zu retten.

Widerstand in Kernfragen kam den Angaben zufolge zunächst vor allem von Kanada, deswegen seien die Verhandlungen sehr intensiv gewesen. Im vietnamesischen Đà Nẵng findet der Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft statt, der im Laufe des Samstags zu einer Einigung führen soll. Es bleibe aber noch viel Arbeit zu tun, hieß es von kanadischer Seite.

Die Einigung wäre eine scharfe Zurückweisung von US-Präsident Donald Trump und seiner Handelspolitik. Am Freitag hatte Trump in Đà Nẵng gesagt, die USA böten jedem einzelnen Land bilaterale Handelsabkommen an. Von multilateralen Abkommen halte er nichts, sie seien zum Nachteil der USA.

Vertragstext noch unklar

TPP sollte rund um den Pazifik die größte Freihandelszone der Welt schaffen. Der Vertrag über die Transpazifische Partnerschaft (TPP) war im Februar 2016 nach jahrelangen Verhandlungen in Neuseeland unterzeichnet worden, aber noch nicht in Kraft getreten. Vertragspartner sind Kanada, Japan, Australien, Neuseeland, Mexiko, Chile, Peru, Vietnam, Malaysia, Brunei und Singapur. Die  Länder hätten 800 Millionen Menschen repräsentiert und zusammen für rund 40 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung gestanden.

"Wir haben unsere Einigung von gestern bestätigt", zitiert Bloomberg auch den japanischen Minister Motegi. Widersprüchliche Angaben gab es in der Frage, ob der ursprüngliche Vertragstext unverändert blieb. Motegi sagte, es gebe keine Änderungen, aus Kanadas Delegation gab es andere Berichte.

Donald Trump besiegelte im Januar nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt im Weißen Haus den Ausstieg der USA aus dem Freihandelsabkommen, das auch als Gegengewicht zu China gedacht war. Der US-Präsident hatte beim Apec-Gipfel am Freitag erneut seine "America First"-Doktrin verteidigt und unfaire Handelspraktiken aufgrund von multilateralen Handelsabkommen kritisiert.