Kurz vor Beginn der Reise von US-Präsident Donald Trump nach Asien haben erneut amerikanische Langstreckenbomber an Übungen nahe der koreanischen Halbinsel teilgenommen. Die zwei Bomber vom Typ B-1B hätten die Übungsflüge in der Region zusammen mit südkoreanischen und japanischen Kampfjets durchgeführt, berichteten US-Medien unter Berufung auf die Luftstreitkräfte. Die Übungen seien als Teil "der stetigen Bomberpräsenz" in der Region geplant gewesen, sie seien keine Antwort auf aktuelle Ereignisse, zitierte der Nachrichtensender CNN eine Sprecherin der Air Force.

Die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete, die Maschinen hätten einen Überraschungsangriff auf wichtige Ziele in Nordkorea geübt.

Wegen des Atom- und Raketenprogramms in Nordkorea sind die Beziehungen zwischen den Regierungen in Nordkorea und den USA seit Monaten stark angespannt. Nordkorea hatte Anfang September seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen. Nach eigenen Angaben testete das Land eine Wasserstoffbombe. Auch hatte Pjöngjang in den vergangenen Wochen mehrfach Mittelstreckenraketen getestet. In zwei Fällen feuerte Nordkorea Raketen über Japan hinweg in den Pazifik.

Nordkorea eventuell zurück auf die Terrorliste

Bei seinem ersten Auftritt vor den Vereinten Nationen Ende September hatte Präsident Donald Trump Nordkorea mit "vollständiger Zerstörung" gedroht. Die nordkoreanischen Staatsmedien bezeichneten diese Aussage als "Kriegserklärung". Zuletzt betonten US-Außenminister Rex Tillerson und US-Verteidigungsminister James Mattis jedoch mehrfach, die USA wollten eine diplomatische Lösung.

Das Land erwägt aber auch, Nordkorea wieder auf seine Liste von Terror-Unterstützerstaaten zu nehmen. Ein Teil der US-Strategie sei, das Raketen- und Atomprogramm des kommunistisch regierten Landes zu bekämpfen, sagte der nationale Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster.

Nordkorea stand zwei Jahrzehnte lang auf der US-Terrorliste. 2008 wurde es im Zuge der Atomverhandlungen unter der Regierung von George W. Bush von der Liste gestrichen. Auf ihr stehen derzeit noch der Iran, der Sudan, Syrien und Kuba. US-Entwicklungshilfe, Rüstungsexporte und bestimmte finanzielle Transaktionen werden für diese Länder beschränkt.