US-Präsident Donald Trump hat als Reaktion auf den Anschlagsversuch in New York erneut eine strengere Einwanderungspolitik gefordert. Der Kongress müsse das "laxe Einwanderungssystem reformieren, das es viel zu vielen gefährlichen und unzureichend überprüften Menschen ermöglicht, in unser Land zu gelangen", sagte Trump wenige Stunden nach der Explosion im Stadtteil Manhattan, bei der drei Passanten verletzt wurden.

"Bis hin zur Todesstrafe"

Der US-Präsident verlangte, den Familiennachzug für Einwanderer abzuschaffen – schließlich habe auch der mutmaßliche Attentäter von New York davon profitiert und über Verwandte ein Einwanderungsvisum erhalten. Zudem verlangte Trump mehr Personal für die Einwanderungsbehörden sowie möglichst harte Strafen für Terrorverdächtige, "bis hin zur Todesstrafe".

Am Montag war im Stadtzentrum von New York mitten im morgendlichen Berufsverkehr eine Bombe explodiert und hatte drei Menschen sowie den mutmaßlichen Attentäter selbst verletzt. Bei ihm handelt es sich um einen 27-Jährigen aus Brooklyn, der laut Medienberichten aus Bangladesch stammen und zeitweise als Taxifahrer gearbeitet haben soll. Er wurde festgenommen, den Sprengsatz hat er nach Angaben der Polizei selbst gebaut und dann an seinem Körper befestigt.

Rache für US-Angriffe auf IS

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem "versuchten Terroranschlag". Die New York Times berichtet unter Berufung auf Ermittler, wonach der 27-Jährige die US-Luftangriffe auf die IS-Miliz rächen wollte und sich Anschlagspläne auf weihnachtliche Ziele in Europa zum Vorbild genommen hat. Den Tatort hatte er demnach wegen der dort aufgehängten Weihnachtsplakate ausgesucht. Nach Angaben des Gouverneurs des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, sei der Mann durch extremistisch-islamistische Propaganda im Internet "beeinflusst" worden. 

Für die New Yorker ist es der zweite Terroranschlag binnen weniger Monate. Erst im Oktober hatte ein Mann acht Menschen getötet, als er mit einem Kleintransporter auf einem Radweg entlanggefahren war. Auch hier konnten die Behörden den Täter, einen 29-jährigen Usbeken, festnehmen, der sich als Gefolgsmann der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) ausgab.

Keine Vorstrafen, keine Anzeichen

Für US-Präsident Trump zeigen diese Vorfälle "erneut die Dringlichkeit, mit der der Kongress Gesetzesreformen zum Schutz des amerikanischen Volkes umsetzen muss", hieß es in einer Erklärung des US-Präsidenten. Auch Justizminister Jeff Sessions appellierte an die Abgeordneten, die Regeln zu verschärfen. Verwandte von US-Bürgern sollten ihm zufolge keine Priorität bei der Einreise haben. Das sei zum Nachteil von Menschen, die gut qualifiziert seien, eine gute Ausbildung und Englisch gelernt hätten, sagte Sessions. Bei ihnen sei es wahrscheinlicher, dass sie sich in die US-Gesellschaft integrierten würden und erfolgreich seien.

New Yorks Bürgermeister de Blasio wies diese und andere Forderungen – nach dem Anschlag im Oktober hatte Trump verlangt, die Green-Card-Lotterie abzuschaffen – zurück. Der Tatverdächtige habe keine Vorstrafen gehabt und keine Anzeichen von Radikalisierung gezeigt. Zudem hätten sich "angesehene" Bürger für ihn verbürgt. Die Familie des Verdächtigen zeigte sich betroffen, aber auch entsetzt über das harte Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden gegen sie. Unter anderem sei ein jugendlicher Verwandter aus dem Schulunterricht entfernt und ohne Erwachsenen oder Anwalt befragt worden.