Simbabwes neuer Präsident Emmerson Mnangagwa beruft mehrere Militärangehörige und Kriegsveteranen in sein Kabinett. Zum Außenminister macht Mnangagwa etwa den Generalmajor Sibusiso Moyo, der den Putsch gegen den früheren Staatspräsidenten Robert Mugabe Mitte November im Fernsehen verkündet hatte. Das Militär spielt in der Geschichte und Politik des Landes eine kontroverse Rolle – die Auswahl der Minister wird daher von Kritikern als ein falsches Signal bezeichnet.

Auch der Luftwaffenchef Perence Shiri, der Chef des Veteranenverbands, sowie Funktionäre der Regierungspartei Zanu-PF erhalten Posten in Mnangagwas Regierung. Besonders die Berufung Shiris ist zweifelhaft: Der BBC zufolge soll er am Massenmord an simbabwischen Zivilisten im Auftrag Mugabes beteiligt gewesen sein. Vertreter der Opposition werden dagegen nicht im Kabinett sitzen. Viele Bürger hatten als ein Zeichen der Versöhnung auf eine Beteiligung der Opposition gehofft.    

Mnangagwa war vergangene Woche vereidigt worden, nachdem der 93-jährige Präsident Mugabe unter erheblichem Druck nach 37 Jahren Herrschaft zurückgetreten war. Dabei versprach Mnangagwa eine "neue Ära für Simbabwe". Die Vorstellung seines Parlaments lässt Kritiker nun allerdings an dem Versprechen zweifeln: Das Militär Simbabwes stand bis vor Kurzem fest hinter dem Diktator Mugabe. Viele Bürger warfen dem Militär vor, ihn viele Jahre an der Macht gehalten zu haben.

Das Militär des Landes hatte jedoch Mitte November eingegriffen, nachdem Mugabe Mnangagwa als seinen Vizepräsidenten entlassen hatte. Daraufhin hatte die regierende Partei Mugabe bei einer Krisensitzung als Vorsitzenden abgewählt. Unter Mugabes Führung war Simbabwe von einer der reicheren Länder Afrikas zu einem der ärmsten geworden. Der 75-jährige Mnangagwa gehört seit Jahrzehnten zur politischen Elite des Landes im südlichen Afrika.