Bei der Präsidentschaftsstichwahl in Liberia hat sich der ehemalige Profi-Fußballspieler George Weah durchgesetzt. Nach Angaben der Wahlkommission kam Weah nach Auszählung fast aller Stimmen auf 61,5 Prozent. Auf seinen Kontrahenten, den Vizepräsidenten Joseph Boakai von der regierenden Einheitspartei (UP), entfielen 38,5 Prozent. Zu der Stichwahl waren rund 2,1 Millionen Menschen aufgerufen gewesen.

Schon in der ersten Wahlrunde im Oktober hatte der frühere Weltfußballer Weah, der in den 1990er-Jahren bei Paris Saint-Germain und beim AC Mailand spielte, rund neun Prozent vor Boakai gelegen. Die UP hatte aufgrund von Unregelmäßigkeiten Widerspruch gegen den Wahlgang eingelegt. Die Klagen wurden aber abgewiesen. Wegen der juristischen Auseinandersetzungen wurde die ursprünglich für den 7. November geplante Stichwahl auf den 26. Dezember verschoben.

Der 51-jährige Weah hatte sich schon 2005 vergeblich um das Präsidentenamt beworben und 2011 vergeblich um das Amt des Vizepräsidenten. Seit 2014 ist der einstige Stürmer Senator. Insbesondere von jungen Wählern bekommt er großen Zuspruch. Der 73-jährige Vizepräsident Boakai galt als Kandidat der Kontinuität.

Der für sechs Jahre gewählte Präsident wird am 22. Januar die Nachfolge der langjährigen Staatschefin und Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson Sirleaf antreten, die nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren durfte. Das kriegszerstörte Land im Westen Afrikas zählt zu den ärmsten Ländern der Erde. Die schwere Ebola-Epidemie zwischen 2014 und 2016 hat die Wirtschaft zusätzlich belastet.