Die Rebellen im Jemen haben eine Rakete auf die saudi-arabische Hauptstadt Riad abgefeuert. Wie die schiitischen Huthi selbst mitteilten, wollten sie damit den Königspalast treffen.

Sein Ziel erreichte das Geschoss aber nicht. Wie das saudische Staatsfernsehen berichtete, wurde die ballistische Rakete südlich von Riad abgefangen und in der Luft zerstört. Auch in dem arabischen Nachrichtenkanal Al-Arabiya hieß es unter Berufung auf Militärkreise, das Geschoss sei von den Huthi-Rebellen abgefeuert worden.

Die vom Iran unterstützten Huthis bekämpfen die international anerkannte Regierung von Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi, der sich wiederum auf die Hilfe einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition stützt. Diese fliegt seit 2015 Luftangriffe gegen die Huthis.

Aus dem Bürgerkrieg in dem Land hat sich in den vergangenen drei Jahren längst ein Stellvertreterkrieg zwischen Iran und Saudi-Arabien entwickelt: Beide Mächte kämpfen um die Vorherrschaft in der Region. Mit dem Militäreinsatz in Jemen will das sunnitische Saudi-Arabien den Einfluss des schiitischen Irans stoppen, der die Huthis unterstützt.

USA an der Seite Saudi-Arabiens

Ende vergangener Woche hatten sich dann die USA an die Seite des saudischen Königshauses gestellt. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, hatte dem Iran die Bewaffnung von militanten Gruppen und damit die Missachtung von UN-Resolutionen vorgeworfen. Sie legte angebliche Beweise vor, dass im Iran gebaute Waffensysteme oder Bauteile für Waffen aus dem Iran an die Huthis geliefert wurden. Die iranische UN-Vertretung wies die Vorwürfe als konstruiert zurück.

Zuletzt hatte eine Blockade über Jemens Flug- und Seehäfen die verheerende humanitäre Lage in dem Land, dem ärmsten Land der arabischen Halbinsel, verschärft. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bislang mehr als 10.000 Menschen getötet und mehr als zwei Millionen Menschen vertrieben. Sieben Millionen Menschen hungern, allein eine Million Kinder ist durch Diphtherie gefährdet. Durch den seit 2015 dauernden Krieg ist das Gesundheitswesen weitgehend zusammengebrochen.