Das Geschoss sei von Huthi-Rebellen auf die Stadt Chamis Muschait im Südwesten Saudi-Arabiens abgefeuert worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf den Sprecher der saudisch geführten Militärkoalition, Turki al-Maliki. Der Flugkörper sei zerstört worden, es sei niemand zu Schaden gekommen. Der Huthi-Sender Al-Masira sowie die Nachrichtenagentur Saba berichteten ganz anders darüber: Die ballistische Mittelstreckenrakete habe ein Militärziel in Saudi Arabien präzise getroffen. Der Angriff war bereits der sechste im Monat November. 

Im Jemen kämpfen seit 2014 schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Militäreinheiten des gestürzten Staatschefs Saleh gegen Truppen des nach Saudi-Arabien geflohenen sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. 2015 griff das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis zugunsten von Hadi in den Konflikt ein.

Beim jahrelangen Bombardement der von den Rebellen kontrollierten Hauptstadt Sanaa und anderen Städten wurden Tausende Zivilisten getötet. Der Krieg im Jemen hat laut den Vereinten Nationen die "schlimmste humanitäre Krise der Welt" ausgelöst. Sieben Millionen Menschen stehen demnach kurz vor einer Hungersnot. Nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef benötigen mehr als elf Millionen Kinder im Jemen dringend Hilfe.

Blockade gelockert, Rebellen kämpfen weiter

Als Reaktion auf eine Rakete, die die Huthis auf die saudische Hauptstadt Riad geschossen hatten, hatte das Militärbündnis Anfang November eine Blockade über Jemens Flug- und Seehäfen verhängt. Vor einer Woche öffnete das Bündnis den Flughafen der Hauptstadt Sanaa und den Seehafen in Hudaida am Roten Meer wieder für humanitäre Güter. Am Samstag landeten erstmals wieder Flugzeuge mit Hilfsgütern und Helfern in der Hauptstadt Sanaa, am Sonntag erreichte ein Schiff mit 25.000 Tonnen Weizen den von Rebellen kontrollierten Hafen Saleef im Westen des Landes. 

Derweil versammelten sich Zehntausende Unterstützer der Huthis in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa, nachdem es gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen verbündeten Rebellengruppen gegeben hatte. Bei ihrer Machtdemonstration folgten die Menschen einem Aufruf des Rebellenführers Abdul Malik al-Huthi zum Geburtstag des Propheten Mohammed. Am Vortag waren bei Auseinandersetzungen zwischen den Rebellengruppen in Sanaa 14 Menschen getötet worden.

Der Konflikt weckte Befürchtungen, innerhalb der Rebellenallianz könne es zu einem Wiederaufflammen der Gewalt kommen. In der Nacht scheiterten nach Angaben von Verhandlungsteilnehmern Gespräche zwischen der politischen Führung der Huthi-Rebellen um Saleh al-Samad und den Rebellen des gestürzten Staatschefs Ali Abdullah Saleh. Bei den am Mittwoch getöteten Rebellen handelte es sich nach Angaben von Ärzten um neun Huthi-Rebellen und fünf Anhänger des ehemaligen Präsidenten.