Israel wird einen neuen Bahnhof an der Klagemauer nach Donald Trump benennen. Damit wolle die Regierung die Jerusalem-Entscheidung des US-Präsidenten würdigen, sagte der israelische Transportminister Israel Katz nach Angaben der Zeitung Haaretz. Die Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, bezeichnete Katz als mutig und historisch.

Die neue Schnellbahnstrecke, die von Tel Aviv über den Flughafen Ben Gurion und die Stadt Modiin in den Westteil Jerusalems führt, soll dem Bericht zufolge bis an den Rand der Altstadt verlängert werden. Nach Informationen der Zeitung Jedi’ot Acharonot soll die Bahn unterirdisch an die Klagemauer herangeführt werden. Dann könnten Besucher von der Küste und aus dem Zentrum des Landes schneller die Klagemauer erreichen. 

Geplant sind in 52 Metern Tiefe die Haltestelle City Center und die Haltestelle Donald John Trump, Western Wall (deutsch: Klagemauer). Der Trump-Bahnhof soll demnach in der Nähe der alten römischen Hauptstraße Jerusalems, dem Cardo, entstehen.

Die Bahnstrecke von Tel Aviv nach Jerusalem, deren Bau rund sieben Milliarden Schekel (1,7 Milliarden Euro) kostet, solle Ende März 2018 fertig sein. Die unterirdische Verlängerung bis zur Klagemauer solle auch durch einen drei Kilometer langen Tunnel führen. Die Kosten der Verlängerung werden auf 2,5 Milliarden Schekel (600 Millionen Euro) geschätzt.

Im Oktober hatte Katz bereits eine Tunnelbohrmaschine in Tel Aviv nach der UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, benannt. Er begründete dies mit Haleys Einsatz für Israel in den Vereinten Nationen.

Donald Trump hatte die Klagemauer im Mai besucht und Anfang Dezember angekündigt, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft dorthin zu verlegen. In vielen arabischen und muslimisch geprägten Ländern kam es daraufhin zu teilweise gewaltsamen Protesten gegen die USA und Israel. Auch international stieß die Entscheidung auf Kritik. Israel hatte den Ostteil Jerusalems 1967 besetzt und 1980 annektiert. Die Annexion wird von der internationalen Staatengemeinschaft nicht anerkannt. In einer Resolution verurteilte die UN-Vollversammlung die Entscheidung des US-Präsidenten.