Kämpfer der radikalislamischen Taliban haben ein Studentenheim in der pakistanischen Stadt Peschawar gestürmt und mindestens neun Menschen getötet. Dutzende weitere seien verletzt worden, teilten Krankenhaussprecher in Peshawar mit. Außerdem sind laut einem Sprecher der Polizei alle fünf Angreifer getötet worden, entsprechend habe es bei dem Angriff insgesamt mindestens 14 Tote gegeben.

Das Studentenheim gehört zu dem Landwirtschaftlichen Ausbildungsinstitut Peschawars, einer Stadt im Nordosten des Landes. Nach Polizeiangaben habe der Angriff morgens begonnen. Die Täter hätten Burkas getragen, also Gewänder, mit denen die meisten Frauen der Region ihre Körper komplett verhüllen. Sie hätten wahllos um sich geschossen.

Das Ganze geschah an einem Feiertag, an dem Pakistan den Geburtstag des Propheten Mohammed feiert. Landesweit war die Präsenz von Einsatzkräften verstärkt worden, nachdem es zuletzt schwere Ausschreitungen bei religiösen Protesten gegeben hatte.

Ein verwundeter Student sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass auf dem Campus in der Regel fast 400 Studenten wohnen. Allerdings seien wegen eines verlängerten Wochenendes nur etwa 120 Studierende vor Ort gewesen. "Wir schliefen, als wir Gewehrschüsse hörten. Ich stand auf und innerhalb von Sekunden liefen alle umher und schrien, dass die Taliban angreifen", sagte der Student.

Der Sprecher der radikalislamischen pakistanischen Taliban-Gruppe Tehrik-i Taliban Pakistan (TTP) reklamierte die Tat für seine Organisation. Man habe ein "geheimes Büro des pakistanischen Geheimdienstes ISI" angegriffen.

Das pakistanische Militär hatte in den vergangenen Jahren vermehrt Operationen gegen Extremistengruppen durchgeführt. Angriffe von Islamisten auf staatliche Stellen sind deshalb stark zurückgegangen. Trotzdem gibt es weiterhin Angriffe. Im Januar 2016 hatten pakistanische Taliban die Bacha-Khan-Universität im nordpakistanischen Charsadda angegriffen und mindestens 20 Menschen getötet.