Der türkisch-iranische Goldhändler Reza Zarrap hat in einem Prozess um umstrittene Goldgeschäfte mit dem Iran den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan belastet. Der Händler sagte vor Gericht aus, Erdoğan habe zwei türkischen Banken die Weisung erteilt, sich an den Geschäften mit den Iran zu beteiligen.

Zarrap soll große Mengen an Gold in den Iran gebracht haben, um damit iranische Gas- und Öllieferungen zu bezahlen. Die US-Staatsanwaltschaft wertet dieses Vorgehen als Verstoß gegen über den Iran verhängte US-Finanzsanktionen. Die türkische Justiz reagierte auf die Aussagen und kündigte an, das Vermögen des Goldhändlers und seiner Verwandten beschlagnahmen zu lassen.

Dem türkisch-iranischen Geschäftsmann wird vorgeworfen, zwischen 2010 und 2013 über die türkische Halkbank Gold in den Iran gebracht zu haben. Der heute 34-Jährige plädierte auf schuldig und tritt im Prozess als Belastungszeuge auf. Vor dem New Yorker Gericht sagte Zarrap, Präsident Erdoğan habe auch die Banken Vakif und Ziraat aufgefordert, in die Gold-gegen-Gas-Geschäfte mit dem Iran einzusteigen.

Der ehemaligen türkischen Wirtschaftsminister Zafer Caglayan habe Zarrap zufolge 2012 von einer Anweisung Erdoğans zur Ausweitung der Geschäfte gesprochen. Für sein Mitwirken an den Transaktionen habe der Wirtschaftsminister von Zarrap sieben Millionen Dollar Bestechungsgeld erhalten sowie eine Beteiligung von bis zu 50 Millionen Dollar an den Goldgeschäften. Neben Caglayan sind auch der frühere Halkbank-Chef Süleyman Aslan und der frühere Vizechef der Bank, Mehmet Hakan Atilla, angeklagt.

Bereits 2013 waren in der Türkei erste Ermittlungen gegen Zarraps Geschäfte eingeleitet worden, damals ging es vor allem um den Verdacht auf Korruption. Erdoğan, damals auf dem Posten des türkischen Ministerpräsidenten, erzwang die Einstellung der Ermittlungen. Im März 2016 war Zarrap während einer Reise in Florida festgenommen worden.

Der türkische Präsident wies die Vorwürfe, dass die Türkei gegen US-Sanktionen verstoßen habe, zurück: "Wir haben das Embargo nicht verletzt", sagte er. Erdoğan beharrt darauf, dass die US-Sanktionen für türkische Firmen nicht bindend seien. Auch die Halkbank und die Vakif Bank verneinten den Vorwurf illegaler Geschäftstätigkeiten. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim äußerte sich ebenfalls zu dem brisanten Gerichtsverfahren und bezeichnete den Prozess als "in keiner Weise legal", das Verfahren sei vollkommen politisch motiviert. Ziel desProzesses sei, "die türkische Wirtschaft in Bedrängnis zu bringen", sagte der Regierungschef.