Die von der Türkei bestellten russischen Luftabwehrsysteme vom Typ S-400 sollen ab März 2020 an den Nato-Staat ausgeliefert werden. Russland werde der Türkei dann vier Einheiten des Luftabwehrsystems liefern, sagte der Chef des staatlichen Industriekonglomerats Rostec, Sergej Tschemesow, der Zeitung Kommersant. Der Kaufpreis für vier Batterien liege bei 2,5 Milliarden US-Dollar. "Sie leisten 45 Prozent der Vertragssumme als Anzahlung. 55 Prozent sind ein russischer Kredit", sagte Tschemesow.

Das Geschäft des Nato-Mitglieds Türkei mit Russland, das die Staatschefs der Länder bereits im September grundsätzlich vereinbart hatten, war in der westlichen Allianz kritisiert worden. Die russischen Luftabwehr-Raketen können nicht in die Militärstruktur der Nato integriert werden. Zudem haben sich die Beziehungen zwischen der Nato und Russland in den vergangenen Jahren verschlechtert.

Auch zwischen mehreren Nato-Staaten, vor allem Deutschland, und der Türkei hatte es zuletzt häufiger diplomatische Verwerfungen gegeben. Beobachter sahen in dem Waffengeschäft nicht zuletzt deshalb ein Anzeichen für eine Abkehr der Türkei vom Nordatlantik-Bündnis.

Laut Tschemesow ist die Türkei der erste Nato-Staat, der das S-400-Raketensystem erhält. Die Gespräche darüber seien beendet. Lediglich die Abschlussdokumente müssten noch bestätigt werden, sagte er der Zeitung.

Die Raketen des Systems können auf 400 Kilometer Reichweite Flugzeuge und ballistische Raketen abfangen. In der russischen Armee gehören zu einer Batterie ein Radar und zwölf Lastwagen mit je vier Raketenabschussrohren.