Der russische Staatschef Wladimir Putin will sich als unabhängiger Kandidat für eine vierte Amtszeit bewerben. Er hoffe dabei auf breite Unterstützung der politischen Parteien sowie der russischen Gesellschaft, sagte er auf seiner Jahrespressekonferenz in Moskau.

Bei der Abstimmung im März 2018 gilt Putins Wiederwahl als sicher. Laut der jüngsten Umfrage führt er mit 75 Prozent weit vor seinen Herausforderern. Unabhängige Kandidaten müssen anders als Parteikandidaten vor der Wahl Unterschriften sammeln, um zugelassen zu werden. Putin hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, erneut anzutreten.

Es sei nicht seine Aufgabe, Gegenkandidaten aufzubauen, sagte Putin auf die Frage nach dem Fehlen aussichtsreicher Konkurrenten. Die Schwäche der Opposition führte er auf den Erfolg seiner Wirtschaftspolitik zurück. Überdies müssten seine politischen Gegner "echte" Vorschläge unterbreiten.

Putins wichtigster Gegner, der Oppositionspolitiker Alexej Nawalny, darf wegen einer Verurteilung nicht antreten. Traditionell kandidieren Politiker der kommunistischen Partei und der ultranationalistischen LDPR. Eine weitere Kandidatin ist die TV-Moderatorin Xenija Sobtschak, die der Opposition nahesteht. Allerdings muss sie sich gegen den Vorwurf wehren, ihre Kandidatur sei vom Kreml gesteuert.

Putin lobt Trump und spricht von "Erfindungen"

Putin wies erneut Anschuldigungen zurück, Russland habe sich in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingemischt. "All das ist von den Leuten erfunden worden, die sich gegen Trump richten, um seine Arbeit zu delegitimieren", sagte der russische Präsident. Kontakte zu Trumps Wahlkampfteam bezeichnete er als Routine. "Das sind alles Erfindungen, die seine Arbeit in Zweifel ziehen sollen." Es sei offensichtlich, dass Trump daran gehindert werde, die Beziehungen zu Russland wie beabsichtigt zu verbessern.

"Aber wir sehen ganz klar, dass er in seiner kurzen Amtszeit schon einige große Erfolge erzielt hat", sagte Putin. "Schauen Sie, wie die Märkte gewachsen sind. Das spricht für das Vertrauen der Investoren in die amerikanische Wirtschaft." Irgendwann werde sich auch das Verhältnis der USA und Russlands wieder normalisieren; beide Länder müssten endlich damit aufhören, einander "wie Tiere zu bekämpfen".

Zu der jährlichen Pressekonferenz waren mehr als 1.600 Journalisten aus Russland und dem Ausland angemeldet. Erwartet wurden auch Fragen zu internationalen Themen wie den Spannungen mit dem Westen sowie den Konflikten in Syrien und Nordkorea.