Wegen der Unterzeichnung einer Forderung für ein Ende der Feindseligkeiten gegen kurdische Rebellen im Südosten der Türkei müssen sich zahlreiche Akademiker von Universitäten in Istanbul vor Gericht verantworten. In den Gerichtsverfahren, die am Dienstag begannen, wird etwa 150 Akademikern Beteiligung an "terroristischer Propaganda" zur Last gelegt.

Sie hatten im Januar 2016 eine Deklaration herausgegeben, in der sie Einsätze der Regierung gegen kurdische Extremisten im Südosten der Türkei verurteilten. Präsident Recep Tayyip Erdoğan kritisierte die Deklaration scharf und Staatsanwälte leiteten rechtliche Verfahren gegen die Angeklagten ein.

Ihnen wird "Propaganda" zur Unterstützung der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Viele der Akademiker verloren ihre Jobs. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erklärte, die Prozesse verletzten die Meinungsfreiheit.