Vertreter Nordkoreas und der Vereinten Nationen sind sich offenbar einig: Der Nordkorea-Konflikt sei momentan die größte Bedrohung für Sicherheit und Frieden in der Welt, heißt es in einer UN-Mitteilung.

UN-Untergeneralsekretär Jeffrey Feltman war von Dienstag bis Freitag zu Gast in Nordkorea, wo er sich mit dem Außenminister Ri Yong Ho und seinem Stellvertreter Pak Myong Guk zu Gesprächen traf. Feltman sagte, Pjöngjang müsse die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats respektieren. Eine diplomatische Lösung könne es nur durch "ernsthaften Dialog" geben. "Fehlkalkulationen" müssten verhindert werden, um einen Konflikt zu vermeiden, sagte Feltman.

Feltman war seit mehr als fünf Jahren der erste ranghohe UN-Diplomat, der für Gespräche nach Nordkorea gereist ist. Dabei stehen Treffen mit Außenminister Ri Yong Ho und Vizeminister Pak Myong Guk sowie UN-Mitarbeitern auf dem Plan. Ein Gespräch mit Diktator Kim Jong Un kam nicht zustande.

Nordkorea hatte den UN-Diplomaten im September am Rande der UN-Vollversammlung eingeladen, teilten die Vereinten Nationen mit. Feltman werde mit dem Außenminister und anderen Vertretern des Landes "Themen von gemeinsamem Interesse und gemeinsamer Sorge" besprechen. Zum letzten Mal war 2010 ein UN-Untergeneralsekretär in Nordkorea zu Gast.

Zuvor hatte Nordkorea erneut eine Interkontinentalrakete getestet, die nach Angaben des Regimes das gesamte US-Festland treffen könnte. Die USA forderten daraufhin andere Staaten dazu auf, ihre diplomatischen Beziehungen mit Nordkorea abzubrechen. Der UN-Sicherheitsrat beschloss in einer Dringlichkeitssitzung nach dem Raketentest aber keine neuen Strafmaßnahmen.

Die Spannungen in der Region hatten sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte.