Israel hat seinen Austritt aus der UN-Kulturorganisation Unesco bis Ende 2018 offiziell gemacht. Ein Außenamtssprecher begründete die Entscheidung mit "systematischen Angriffen" auf den jüdischen Staat und "Versuchen, die jüdische Geschichte vom Land Israel zu trennen".

Das Austrittsschreiben werde noch vor dem Jahresende eingereicht, sagt er. Israel werde die Organisation bis Ende 2018 verlassen. 

Die USA hatten unter Verweis auf ähnliche Gründe ebenfalls bereits angekündigt, sich bis zu diesem Zeitpunkt aus der Unesco zurückzuziehen. Israel klagt seit Langem über eine als antiisraelisch empfundene Voreingenommenheit bei den Vereinten Nationen.

Der israelische Ministerpräsident, Benjamin Netanjahu, hatte die Entscheidung der USA begrüßt. "Das ist eine mutige und moralisch richtige Entscheidung, weil die Unesco zu einem absurden Theater geworden ist. Statt Geschichte zu bewahren, verdreht sie sie", sagte Netanjahu damals.

Ranghohe US-Regierungsbeamte hatten in jüngster Zeit wiederholt Kritik an der Unesco geäußert, unter ihnen UN-Botschafterin Nikki Haley. Insbesondere war der heutigen Entscheidung ein Streit über die Unesco-Mitgliedschaft der palästinensischen Autonomiebehörde vorausgegangen. Im Sommer hatte die Entscheidung, die Altstadt von Hebron zum palästinensischen Weltkulturerbe zu erklären, für Empörung in Israel gesorgt. 

Die Unesco hatte in der Geschichte mehrfach Israel-kritische Resolutionen angenommen, woraufhin die israelische Regierung ihre Beitragszahlungen verringerte. Die USA haben ihre Zahlungen an die Organisation bereits 2011 unter Präsident Barack Obama eingestellt. 

Die Unesco ist in erster Linie für die Verwaltung des Weltkulturerbes bekannt. Doch die Organisation mit 2.100 Mitarbeitern und einem dreistelligen Millionen-Etat ist in vielen weiteren Feldern aktiv – von Bildung über Biosphärenreservate bis Gleichberechtigung. Ihr Auftrag ist es, das wechselseitige Verständnis zwischen den Nationen zu fördern.