US-Präsident Donald Trump hat mit seinem umstrittenen Einreiseverbot erneut eine juristische Niederlage erlitten. Ein Bundesrichter in Seattle hat Donald Trumps Aussetzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge aus bestimmten muslimischen Ländern für ungültig erklärt. Richter James Robart wies die Behörden an, die Einreiseanträge von Ehepartnern und unverheirateten Kindern wieder zu bearbeiten und den Berechtigten die Einreise in die USA zu ermöglichen.

Die Aussetzung des Familiennachzugs habe für die beiden Betroffenen, über deren Fälle er urteilte, "irreparablen Schaden durch die Bundesbehörden" verursacht, schrieb der Richter in seiner Urteilsbegründung im Bundesstaat Washington. "Die Familienangehörigen sehnen sich danach, wieder zusammenzukommen."

Im Oktober war der von Trump angeordnete 120-tägige Stopp der Aufnahme von Flüchtlingen ausgelaufen. Die US-Regierung kündigte daraufhin an, wieder Flüchtlinge aufzunehmen – nahm davon aber Menschen aus elf sogenannten Hochrisikoländern aus. Die meisten von ihnen sind mehrheitlich muslimisch. Das Urteil des Richters in Seattle betrifft nun Familienangehörige von Flüchtlingen aus diesen Ländern, die bereits in den USA sind und ihre Familie nachholen wollen.

Trump hatte nach seinem Amtsantritt im Januar mehrere Dekrete mit Einreisebeschränkungen erlassen. Die Anordnungen zogen zahlreiche Prozesse nach sich, immer wieder erklärten Gerichte einzelne Aspekte für unrechtmäßig.