US-Präsident Donald Trump hat Berichte über eine baldige Ablösung von US-Außenminister Rex Tillerson zurückgewiesen. Dies seien "FAKE NEWS", erfundene Nachrichten, twitterte Trump in Großbuchstaben. Er sei mit Tillerson zwar in gewissen Dingen nicht einer Meinung ("Ich habe das letzte Wort"), man arbeite aber sehr gut zusammen. Amerika, so Trump, werde wieder aufs Höchste respektiert.

US-Medien hatten am Donnerstag berichtet, das Weiße Haus habe einen Plan zur Auswechslung Tillersons entwickelt. Der jetzige CIA-Direktor Mike Pompeo solle demnach neuer Außenminister werden und Senator Tom Cotton an die CIA-Spitze rücken.

Tillerson selbst antwortete auf Fragen von Reportern, was er von den Berichten halte, am Freitag lediglich mit einem Wort: "lächerlich". Tillerson empfing im Außenministerium in Washington den libyschen Ministerpräsidenten Fajis al-Sarradsch zum Gespräch. Es war die erste öffentliche Reaktion Tillersons auf seine neuerlich öffentlich diskutierte Ablösung.

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, hatte die Berichte bereits als unzutreffend bezeichnet. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, vermied ein klares Ja auf die Frage, ob Präsident Donald Trump noch Vertrauen in seinen Außenminister habe.Tillerson will nächste Woche wie geplant nach Europa reisen.

Am Freitag berichteten US-Medien unter Berufung auf Quellen im Weißen Haus, die Berichte über die nahende Ablösung Tillersons seien von dort absichtlich gestreut worden, um dem Außenminister das Missfallen über seine Amtsführung auszudrücken.  

Über Tillersons mögliche Ablösung war schon länger spekuliert worden. Das Verhältnis zwischen Trump und Tillerson gilt als angespannt. Anfang November sagte Trump dem Sender Fox News, er wisse nicht, ob er den ehemaligen Exxon-Manager für die gesamte Amtszeit auf dem Posten belassen werde. Er sei nicht glücklich darüber, dass einige im Außenministerium seine Politik nicht unterstützten, beklagte Trump damals.

So hatte sich Trump auch öffentlich vom Nordkorea-Kurs des Außenministers distanziert, der sich für diplomatische Verhandlungen eingesetzt hatte. Trump hatte Tillerson Zeitverschwendung vorgeworfen. Auch bei den Nuklearverhandlungen mit dem Iran oder dem Pariser Klimaschutzabkommen waren die beiden Politiker uneins. Der US-Fernsehsender NBC berichtete wiederum, Tillerson habe Trump nach einer Sitzung Pentagon als "Deppen" bezeichnet.