Bei der Wahl des Abgeordnetenhauses von Virginia herrscht ein Patt. Eine Neuauszählung im Wahlkreis Newport News ergab zunächst, dass die Demokratin Shelly Simonds eine Stimme vor ihrem republikanischen Kontrahenten David Yancey lag. Dieser klagte beim Wahlprüfungsbericht, das feststellte, dass beide Kandidaten tatsächlich 11.608 Stimmen bekommen hätten. Nach dem Gesetz des Staates Virginia muss nun das Los darüber entscheiden, wer den Abgeordnetensitz bekommt. Ein Termin für die Verlosung, deren Ergebnis ebenfalls angezweifelt werden kann, steht noch nicht fest.
Das Lager von Yancey vermutet, dass eine dem Republikaner zugedachte, aber offenbar nicht eindeutig
gekennzeichnete Stimme nicht gezählt worden sei. Hierbei beriefen sie sich auf
einen republikanischen Wahlmitarbeiter, der an der Auszählung teilnahm. Vom nun
folgenden Losentscheid hängt nicht nur das Ergebnis im Wahlkreis ab,
sondern auch die Mehrheitsverhältnisse im Abgeordnetenhaus von Virginia. Sollte
Yancey den Wahlkreis gewinnen, haben die Republikaner weiterhin eine knappe
Mehrheit von 51 zu 49 Stimmen. Geht der Wahlkreis allerdings an die Demokratin
Simonds gibt es ein Patt.
"Sagen Sie mir nicht, dass nicht jede Stimme zählt", sagte Terry McAuliffe, demokratischer Gouverneur Virginias, gegenüber der Nachrichtenagentur AP zu dem knappen Wahlausgang. Bereits in zwei weiteren Wahlkreisen waren Neuauszählungen angesetzt worden, dort war der Ausgang allerdings weniger knapp. Die Republikaner halten seit 17 Jahren die Mehrheit im Abgeordnetenhaus von Virginia.
Kommentare
Entfernt, bitte verfassen Sie konstruktive Kommentare. Danke, die Redaktion/dg
Auf die Stimme genau gleiche Anteile ist schon bemerkenswert. Entspricht aber dem Trend bei "Spaltungsthemen", dass es immer verdammt knappe Mehrheiten gibt. Was für den massenpsychologischen Riss in der Bevölkerung spricht, der sie anscheinend in genau 2 Teile zerreißt. Für mich klingt das nach Krieg in letzter Konsequenz.
Entfernt, bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit Quellen. Die Redaktion/dg
Wollen Sie hier Zensur ausüben, liebe ZON-Redaktion? Die Dems haben 53% der Wählerstimmen bekommen, die GOP 44%. Nur wegen des Gerrymanderings schlägt sich das nicht in der entsprechenden Anzahl von Mandaten nieder.
https://en.wikipedia.org/...
Skurriler Ausgang einer Wahl.
Wenn noch dreimal ausgezählt wird kommen weitere vier unterschiedliche Ergebnisse bei raus - es ist unglaublich was sich seit Jahrzehnten in Sachen „Wahlauszählung“ dort abspielt. Wie in einem Entwicklungsland.
Wobei selbst in der Bundesrepublik schon Fehler bei der Wahlauszählung vorgekommen sein sollen, machen wir uns selber nicht besser als wir sind.
Stimmzettel auszuzählen ist komplizierter, als sich manche das vorstellen. In Deutschland gilt der Grundsatz, im Zweifel die abgegebenen Stimmen als gültig zu bewerten, wenn der Wählerwille erkennbar ist. Und da gibt es schwierige Grenzfälle.
So scheint es hier wohl auch gewesen zu sein.