Bei der Wahl des Abgeordnetenhauses von Virginia herrscht ein Patt. Eine Neuauszählung im Wahlkreis Newport News ergab zunächst, dass die Demokratin Shelly Simonds eine Stimme vor ihrem republikanischen Kontrahenten David Yancey lag. Dieser klagte beim Wahlprüfungsbericht, das feststellte, dass beide Kandidaten tatsächlich 11.608 Stimmen bekommen hätten. Nach dem Gesetz des Staates Virginia muss nun das Los darüber entscheiden, wer den Abgeordnetensitz bekommt. Ein Termin für die Verlosung, deren Ergebnis ebenfalls angezweifelt werden kann, steht noch nicht fest.

Das Lager von Yancey vermutet, dass eine dem Republikaner zugedachte, aber offenbar nicht eindeutig gekennzeichnete Stimme nicht gezählt worden sei. Hierbei beriefen sie sich auf einen republikanischen Wahlmitarbeiter, der an der Auszählung teilnahm. Vom nun folgenden Losentscheid hängt nicht nur das Ergebnis im Wahlkreis ab, sondern auch die Mehrheitsverhältnisse im Abgeordnetenhaus von Virginia. Sollte Yancey den Wahlkreis gewinnen, haben die Republikaner weiterhin eine knappe Mehrheit von 51 zu 49 Stimmen. Geht der Wahlkreis allerdings an die Demokratin Simonds gibt es ein Patt.

"Sagen Sie mir nicht, dass nicht jede Stimme zählt", sagte Terry McAuliffe, demokratischer Gouverneur Virginias, gegenüber der Nachrichtenagentur AP zu dem knappen Wahlausgang. Bereits in zwei weiteren Wahlkreisen waren Neuauszählungen angesetzt worden, dort war der Ausgang allerdings weniger knapp. Die Republikaner halten seit 17 Jahren die Mehrheit im Abgeordnetenhaus von Virginia.