US-Präsident Donald Trump hat Abtreibungsgegnern in der US-Hauptstadt Washington, D. C., den Rücken gestärkt. Er wandte sich am Freitag in einer Rede im Rosengarten des Weißen Hauses an Demonstranten, die sich zu Tausenden auf der Nationalpromenade in Washington versammelt hatten. Ihre Bewegung sei eine Bewegung, die aus Liebe geboren sei, sagte Trump.

"Ihr liebt eure Familien, ihr liebt eure Nachbarn und ihr liebt jedes Kind – geboren und ungeboren – weil ihr daran glaubt, dass jedes Leben heilig und jedes Kind ein kostbares Geschenk von Gott ist", sagte Trump. Seine Rede wurde live auf der Kundgebung des March for Life – also dem "Marsch für das Leben" – übertragen.

Es war das erste Mal, dass ein Präsident auf diese Weise zu den Demonstranten sprach. Frühere republikanische Amtsinhaber hatten sich oftmals telefonisch an die Demonstranten gewandt. Der March for Life findet seit 1974 jährlich statt.

Trump hat sich in der Vergangenheit oft dafür ausgesprochen, die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch den Frauen zu überlassen. Während des Wahlkampfes änderte Trump seine Haltung und erklärte, er trete für den Schutz des ungeborenen Lebens ein, eine unter Republikanern populärere Ansicht. Seiner Beraterin Kellyanne Conway zufolge habe er zu dem Thema um das Jahr 2011 herum seine Meinung geändert und sei nun gegen Abtreibung.

In seiner Ansprache machte er sich dafür stark, eine für das Abtreibungsrecht wichtige Grundsatzentscheidung neu aufzurollen. Ein Urteil aus dem Jahr 1973 legalisierte erstmals Abtreibungen in den USA. Die Entscheidung habe zu den freizügigsten Abtreibungsgesetzen weltweit geführt, erklärte Trump. Das sei falsch und müsse geändert werden. "Unter meiner Regierung werden wir immer das allererste Recht aus der Unabhängigkeitserklärung verteidigen, und das ist das Recht auf Leben."

In seinem ersten Amtsjahr hatte Trump einige Entscheidungen getroffen, die im Sinne von Abtreibungsgegnern und Konservativen waren. Am Vortag gab seine Regierung neue Schutzmaßnahmen für Gesundheitsdienste bekannt, die religiöse Vorbehalte gegenüber Behandlungsmethoden – darunter auch Abtreibung – haben.