Eine Woche vor der geplanten Vereidigung des wiedergewählten Präsidenten Juan Orlando Hernández ist es bei Protesten gegen die umstrittene Wahl in Honduras zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Mindestens zwölf Menschen wurden festgenommen. Nach Angaben der Opposition wurde mindestens ein Demonstrant erschossen.

An mehreren Autobahnen hatten Demonstranten bei einem von der Opposition ausgerufenen Nationalstreik am Samstag Straßensperren errichtet. In der Hauptstadt Tegucigalpa bewarfen Demonstranten Polizisten mit Steinen. Die Polizei ging mit Tränengas gegen Demonstranten vor. Mehrere Protestierende sowie mindestens vier Einsatzkräfte wurden laut Polizei verletzt.

Hernández soll am 27. Januar vereidigt werden. Bei der Wahl Ende November hatte er sich nur knapp gegen den Oppositionsführer Salvador Nasralla durchsetzen können. Dessen Unterstützer erkennen das Ergebnis der Wahl nicht an. Die Opposition wirft der Regierung Wahlfälschung vor. Auch Wahlbeobachtern zufolge gab es bei der Abstimmung Unregelmäßigkeiten. 

Für Sonntag hat das linke Oppositionsbündnis gegen die Diktatur zu einer weiteren Demonstration vor dem Nationalkongress im Zentrum der Hauptstadt aufgerufen. Dort soll das neue Parlament seine Arbeit aufnehmen.

Die Opposition will die Proteste bis zur Vereidigung von Hernández am 27. Januar fortsetzen. Ex-Präsident Manuel Zelaya unterstützt die Demonstrationen – auch er geht von Wahlbetrug aus. Mitte des Monats waren bereits zahlreiche Menschen bei Protesten gegen die Wiederwahl von Hernández gestorben.