Jemenitische Separatisten haben in der Hafenstadt Aden den Sitz der international anerkannten Regierung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi angegriffen. Bei den Kämpfen mit Regierungstruppen wurden mindestens acht Menschen getötet und viele weitere verletzt, teilten Sicherheitskräfte mit.

Ministerpräsident Ahmed bin Dagher sprach von einem Putsch der Separatisten, die seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Südjemen kämpfen. Er bat die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition um Unterstützung.

Demonstrieren für die Unabhängigkeit des Südens

Der Südjemen, wo die Hafenstadt Aden liegt, war von 1967 bis 1990 unabhängig gewesen. Seit Jahrzehnten kämpft dort aber die sogenannte "Bewegung des Südens" für eine Unabhängigkeit des Landesteils.

In den vergangenen Jahren kam es dennoch zur Zusammenarbeit zwischen den Separatisten und der Regierung: Gemeinsam hatten sie gegen die schiitischen Huthi-Rebellen gekämpft, die große Teile des Nordjemens eingenommen haben.

Jemen

Als Anhänger der "Bewegung des Südens" am Sonntag in Aden für die Unabhängigkeit des Südens demonstrieren wollten, kam es zu Auseinandersetzungen zwischen ihnen und Regierungstruppen. Die Kämpfe weiteten sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen auf die gesamte Stadt aus. Schulen und Geschäfte wurden geschlossen, in mehreren Stadtvierteln wurde mit schweren Waffen gekämpft. Nach Angaben von Rettungskräften wurden dabei auch Zivilisten getötet.

Zu den Protesten hatte der sogenannte Übergangsrat der Separatisten aus dem Südjemen aufgerufen, der die Selbstverwaltung der südlichen Provinzen organisieren will. Dem Gremium, das von der Hadi-Regierung nicht anerkannt wird, gehören fünf Provinzgouverneure und zwei Minister an. Adens früherer Gouverneur Aidarous al-Soubeidi hatte den Übergangsrat im Mai gegründet, nachdem er von Hadi entlassen worden war.

Spaltung zwischen Nord- und Südjemen

Jemens international anerkannte Regierung hatte sich nach Aden zurückgezogen, nachdem sie im September 2014 von den schiitischen Huthi-Rebellen aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben worden war.

Die Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Militäreinheiten des gestürzten Staatschefs Ali Abdallah Saleh kämpften seit 2014 gegen die Truppen von Präsident Hadi. Hadi wird von Saudi-Arabien unterstützt, die Huthi-Rebellen vom Iran. Seit dem Eintritt der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition in den Krieg im März 2015 wurden mehr als 9.200 Menschen getötet und fast 53.000 verletzt.

Anfang Dezember war die Allianz zwischen den Anhängern Salehs und den Huthi-Rebellen zerbrochen, nachdem Saleh Saudi-Arabien in einem Fernsehauftritt Versöhnung angeboten hatte.