Der abgesetzte katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont muss für eine erneute Kandidatur nach Spanien zurückkehren. Das hat das spanische Verfassungsgericht laut Medienberichten entschieden. Eine Wahl Puigemonts sei demnach nur zulässig, wenn er aus Belgien zurückkehre. Außerdem müsse er laut der Entscheidung bei der  Debatte und der anschließenden Wahl im Parlament von Barcelona anwesend sein, wie spanische Medien, darunter die Zeitung El País, unter Berufung auf Justizkreise berichteten.

Puigdemont, gegen den in Spanien ein Haftbefehl vorliegt, hält sich derzeit in Brüssel auf. Der katalanische Parlamentspräsident Roger Torrent hatte ihn vor einigen Tagen zum Kandidaten der Separatisten ernannt. Das katalanische Regionalparlament sollte am kommenden Dienstag über den neuen katalanischen Regierungschef abstimmen. Bei der Wahl im Dezember konnten die Separatisten ihre dortige Mehrheit verteidigen. Puigdemont hatte mitgeteilt, auch vom Exil in Belgien regieren zu können.

Die spanische Regierung hatte gegen eine Kandidatur Puigdemonts Beschwerde eingelegt. Sie verwies dabei auch auf den bestehenden Haftbefehl gegen Puigdemont wegen "Rebellion, Aufruhr und Unterschlagung öffentlicher Mittel". Als Flüchtiger sei Puigedemont nicht wählbar, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Soraya Sáenz de Santamaría.

Die Zentralregierung hatte Puigdemont nach dem verbotenen Unabhängigkeitsreferendum und der Ausrufung der Unabhängigkeit Kataloniens im Oktober abgesetzt. Er floh daraufhin nach Belgien, um einer Festnahme zu entgehen. Bei einer Rückkehr drohen ihm eine sofortige Einweisung in Untersuchungshaft.