Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat in seiner Neujahrsbotschaft mit einem Atomwaffenangriff gedroht. "Der Atomknopf ist immer auf meinem Tisch", sagte Kim.  "Das gesamte US-Festland ist in Reichweite unserer nuklearen Schlagkraft. Die Vereinigten Staaten können niemals einen Krieg gegen mich oder unser Land beginnen." Sein Land müsse Atombomben und Raketen nun in Massenproduktion herstellen und ihre Stationierung beschleunigen.

Kim forderte, die Beziehung zwischen Nord- und Südkorea müsse sich verbessern. Regierungsvertreter beider Länder sollten sich dringend treffen, um das Senden einer nordkoreanischen Delegation zu besprechen. 

Südkorea reagierte darauf positiv. Das Präsidialamt begrüße die Rede, berichtete die Agentur Yonhap. Kim erwog in seiner Rede die Entsendung einer nordkoreanischen Delegation zu den Olympischen Winterspielen im Februar im südkoreanischen Pyeongchang. Das Olympia-Organisationskomitee zeigte sich dafür aufgeschlossen. "Das Komitee wird relevante Fragen sowohl mit der südkoreanischen Regierung als auch dem Internationalen Olympischen Komitee erörtern", teilte der Präsident des Komitees von Pyeongchang mit.

In seiner Ansprache trug Kim Anzug und Krawatte im westlichen Stil. Der Machthaber äußerte sich außerdem zu den wirtschaftlichen Errungenschaften des Landes. 2018 werde wichtig sein, die Lebensstandards der Nordkoreaner zu verbessern, sagte er.

Nordkorea treibt seine atomare Aufrüstung voran und droht immer wieder Südkorea und den USA. Im September testete das international isolierte Land eine Wasserstoffbombe, die nach japanischen Angaben eine Sprengkraft von 160 Kilotonnen hatte – mehr als zehnmal so viel wie die Atombombe, welche die US-Streitkräfte 1945 über Hiroshima abwarfen.

Ende November brüstete sich Nordkorea mit dem Test einer Interkontinentalrakete und erklärte, das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen. Der UN-Sicherheitsrat verhängte wiederholt Sanktionen gegen Nordkorea, zuletzt am 22. Dezember.