Die US-Bundespolizei FBI untersucht laut Medienberichten seit Monaten die Stiftung des früheren US-Präsidenten Bill Clinton. Ermittelt wird wegen des Verdachts politischer Gefälligkeiten im Gegenzug für Spenden an die Clinton Foundation. Sowohl der Nachrichtensender CNN als auch die Zeitung New York Times berichteten. Die Vorwürfe beziehen sich demnach auf den Zeitraum von 2009 bis 2013, als Clintons Ehefrau Hillary US-Außenministerin war.

Ein Sprecher der Stiftung wies die Vorwürfe zurück. Die Stiftung sei immer wieder Ziel "politisch motivierter Anschuldigungen" geworden, die sich jedes Mal als falsch herausgestellt hätten. Die Stiftung wird von Bill Clinton, Hillary und ihrer Tochter Chelsea betrieben und dient vor allem der Förderung von Projekten in Entwicklungsländern. Den Berichten zufolge knüpfen die Ermittlungen an Untersuchungen an, die bereits vor der Präsidentschaftswahl 2016 eingeleitet worden waren. Sie wurden dann aber zunächst zurückgefahren.

US-Präsident Donald Trump hat bereist während des Wahlkampfes wiederholt Druck auf das Justizministerium ausgeübt, gegen seine frühere Wahlkampfrivalin Hillary Clinton vorzugehen. Im November informierte sein Justizminister Jeff Sessions das Parlament darüber, dass das Ministerium die Rolle der Clinton-Stiftung beim Verkauf eines Uran-Unternehmens an Russland vor vier Jahren untersuchen lasse.

Dabei geht es um die kanadische Firma Uranium One, die zur Amtszeit von Trumps Vorgänger Barack Obama der russische Staatskonzern Rosatom übernommen hatte. Rosatom erlangte so die Kontrolle über ein Fünftel der US-Uranbestände. Obama genehmigte den Deal im Jahr 2010. Zuvor hatte Uranium One die Clinton-Stiftung mit mehreren Spenden bedacht.

Ein Sprecher von Hillary Clinton sagte dem Nachrichtenportal The Hill, die FBI-Ermittlungen seien Betrug. Sessions habe auf Trumps Geheiß gehandelt. Der US-Präsident wie auch sein Justizminister stehen selbst wegen der Affäre um mutmaßliche russische Manipulationen zugunsten Trumps im US-Wahlkampf unter massivem Druck.