Nordkorea hat eine noch vor Beginn der Olympischen Winterspiele angesetzte gemeinsame Kulturveranstaltung mit Südkorea abgesagt. Die für den vierten Februar geplante Show am nordkoreanischen Diamantenberg werde nicht stattfinden, teilte das südkoreanische Vereinigungsministerium mit. Nordkorea habe am Montagabend eine entsprechende Nachricht geschickt und als Grund die südkoreanische Medienberichterstattung genannt. Diese sei "voreingenommen und beleidigend" gewesen. Weiterhin habe Nordkorea in der Absage südkoreanische Berichten über "interne Veranstaltungen" kritisiert. Die Berichte hätten die "ernsthaften Maßnahmen" Nordkoreas für die Spiele diffamiert. Um welche Berichte es sich genau handelte, wurde in Nordkoreas Mitteilung nicht erläutert.

Beide Länder hatten sich zuletzt nach langer Funkstille wieder angenähert. Vereinbart war, dass nordkoreanische Sportler an den Winterspielen in Südkorea teilnehmen, sie gemeinsam ins Stadion einziehen und ein gemeinsames Eishockeyteam der Frauen aufstellen. Außerdem sollte am 4. Februar im Kŭmganggebirge an der Ostküste Nordkoreas eine kulturelle Darbietung stattfinden. Die Absage dieser vorolympischen Veranstaltung am Diamantenberg sei sehr bedauerlich, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit und drängte die Nachbarn, ihre Entscheidung zu überdenken. Nordkorea sollte sich an die Vereinbarungen halten. Südkorea hatte geplant, K-Popbands und andere Musiker in das Ressort im Kŭmganggebirge zu schicken, die dort neben nordkoreanischen Künstlern auftreten sollten.

Die Absage des Kulturereignisses betraf offenbar nicht die Entscheidung, 22 Sportler an den Spielen teilnehmen zu lassen sowie eine Gruppe von Künstlern nach Südkorea zu schicken, ehe die 23. Olympischen Winterspiele am 9. Februar beginnen. Das nordkoreanische Eishockeyteam war bereits vor einigen Tagen in Jincheon eingetroffen. Die Absage zeige jedoch die Unberechenbarkeit der Regierung im Norden.

In Südkorea gab es zuletzt Hinweise auf eine große Militärparade in Nordkorea, mit der die kommunistische Führung am 8. Februar den 70. Gründungstag der Streitkräfte feiern wollte. Diese Parade würde einen Tag vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele stattfinden. Südkoreanische Regierungsvertreter rechnen mit einer groß angelegten Militärparade.