Einer der wichtigsten serbischen Politiker im Kosovo, Oliver Ivanović, ist getötet worden. Das teilten Vertreter seiner Partei und sein Anwalt mit. Demnach wurde er um kurz nach 8 Uhr beim Betreten der Zentrale seiner Partei in der Stadt Mitrovica aus einem Auto heraus erschossen. Wenig später erlag er im Krankenhaus seinen Wunden. Ivanović wurde 64 Jahre alt.

Seinem Anwalt zufolge wurde er von mehreren Kugeln in den Rücken und Oberkörper getroffen. Die kosovarische Polizei gab zunächst keine Erklärung zu dem Vorfall ab. Wie das Portal Balkan Insight berichtet, wurde nördlich der Stadt Zvečan ein ausgebranntes Auto gefunden, bei dem es sich um den Täterwagen handeln soll.

Ivanović war serbischer Staatssekretär und hochrangiger Vertreter der serbischen Minderheit im Norden der ehemaligen serbischen Provinz Kosovo, die 2008 ihre Unabhängigkeit erklärte.

Er saß zwei Jahre lang wegen angeblicher Kriegsverbrechen in Haft. Das Urteil gegen ihn wurde später aufgehoben, im Januar begann ein neuer Prozess gegen ihn. Ivanović wird vorgeworfen, Morde an Albanern in Mitrovica 1999 in Auftrag gegeben zu haben. Im Juli vergangenen Jahres wurde sein Auto in Brand gesetzt.

Kosovarische Regierung verurteilt Attentat

Führende Politiker befürchten Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo nach dem mutmaßlichen Attentat. Die kosovarische Regierung verurteilte den tödlichen Angriff auf Ivanović. "Gewalt ist inakzeptabel", hieß es in einer Erklärung.

Der Angriff sei auch ein Anschlag "auf den Rechtsstaat und die Anstrengungen, rechtsstaatliche Verhältnisse im gesamten Kosovo zu etablieren". Die Bevölkerung wurde aufgerufen, die Behörden bei der Fahndung nach den Tätern zu unterstützen.

Die serbische Delegation brach einen von der EU vermittelten Dialog mit Vertretern der kosovarischen Regierung ab und reiste von Brüssel nach Belgrad zurück, meldete das serbische Staatsfernsehen. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić berief zudem eine Sitzung seiner Sicherheitsberater ein und kündigte eine öffentliche Stellungnahme an.