Der peruanische Ex-Präsident Alberto Fujimori ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der 79-Jährige verbüßte die letzten zwölf Jahre eine Gefängnisstrafe wegen schwerer Menschenrechtsverbrechen. Unter anderem wird ihm die Mitverantwortung für zwei Massaker durch eine geheime Militäreinheit gegeben. Seine Begnadigung im Dezember hatte in Lima Proteste ausgelöst.

Präsident Pedro Pablo Kuczynski hatte Fujimori an Heiligabend, nach weniger als der Hälfte seiner Haftzeit, überraschend begnadigt und ihm 15 weitere Jahre im Gefängnis erspart. Zur Begründung wurde auf Fujimoris schlechten Gesundheitszustand verwiesen: Er sei herzkrank. Fujimori wurde über den Jahreswechsel in ein Krankenhaus nach Lima gebracht, das er jetzt als freier Mann verließ. Im Rollstuhl, eskortiert von Polizisten und Sicherheitspersonal. Fujimori grüßte seine Anhänger vor der Klinik und stieg dann zu seinem Sohn in eine schwarze Limousine. Der Sohn Kenji twitterte ein Video der Heimfahrt mit der Zeile "Mit meinem Papa!".  

Fujimori war von 1990 bis 2000 Perus Präsident. Er führte das Land autoritär und wurde 2007 nach zwischenzeitlicher Flucht nach Japan zu 25 Jahren Haft verurteilt. Die Justiz war zu dem Ergebnis gekommen, dass er unter anderem Todesschwadronen befehligt hatte und an der Entführung eines Journalisten beteiligt gewesen war. Er soll auch andere Politiker bestochen haben.

Während seiner Amtszeit ließ Fujimori Einsatzkräfte rigoros gegen Menschen mit linker Einstellung vorgehen. Auch das Parlament wurde entmachtet. Während Fujimoris Amtszeit wurden Zehntausende indigene Frauen zwangssterilisiert, um ihre Kinderzahl zu reduzieren. Sie wurden als Entwicklungshemmnis für Peru gesehen.

In der Ära Fujimori gab es viele Anschläge der Terrororganisation Leuchtender Pfad. Weil er die Gruppe hart bekämpfte, hat der Ex-Präsident bis heute viele Anhänger. Auch eine Wirtschaftskrise im Land konnte Fujimori beenden.

Kritiker warfen Kuczynski vor, mit der Begnadigung nur den eigenen Machterhalt im Blick zu haben. Kuczynski regiert das Land seit 2016 mit einer Mitte-Rechts-Regierung. Im Wahlkampf hatte der ehemalige Wall-Street-Banker noch versprochen, Fujimori nicht zu begnadigen. Nur wenige Tage vor der Begnadigung war der Präsident einem Verfahren zur Amtsenthebung wegen eines Bestechungsskandals entgangen. Gerettet hatte ihn unter anderem die Unterstützung der größten Oppositionspartei, die von Fujimoris Tochter Keiko geführt wird. Auch Alberto Fujimoris Sohn Kenji hat zuletzt die Verbindung der Opposition zu Kuczynskis Partei gestärkt. Kuczynski kann seine Amtszeit nun bis 2021 weiterführen.